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Langelsheim – Kanstein – Kloster Riechenberg – Goslar:

Von Langelsheim geht es ans Innersteufer und kurz in das Naturschutzgebiet „Mittleres Innerstetal mit Kanstein“, das hier beginnt bzw. endet. Vorbei am Kanstein-Steinbruch, dem Gelände der Kansteinburg und über die Wiesen des Kansteins, geht es zum Wartberg und von dort zum Kloster Riechenberg. Entlang des Stadtfriedhofs Goslar, über den „Kamm“ des Kattenberges und durch den Stadtgarten, erreichen wir unseren Zielort Goslar…

  • Ende März 2018
  • Anfang November 2011

Es geht ca. 175m rauf und 125m wieder runter … also alles im Rahmen des für fast alle Möglichen…

Die Innerste mit kurzem Abschnitt im NSG „Mittleres Innerstetal mit Kanstein“, Der Kanstein-„Höhenzug“, Kloster Riechenberg, Goslar (Kattenberg, Stadtgarten, Bahnhof)… 

Etliche Einkehr- und Verpflegungsmöglichkeiten im Umfeld des Bahnhofs Goslar…

Da diese Tour sich schwer zur Rundwanderung ummünzen lässt, wäre Parken an einem der beiden Bahnhöfe wohl am günstigsten. Leider kann ich nicht mit Sicherheit sagen, ob es dort kostenlose Parkmöglichkeiten gibt…

Mit der Bahn je nach günstigster Verbindung nach Langelsheim oder Goslar…

Die Bilder vom Kloster Riechenberg sind nicht von dieser Wanderung, da das innere Gelände nur zu bestimmten Zeiten durch die Rosenpforte erreichbar ist. Besichtigungen des Geländes und der Krypta sind von Mai-Oktober möglich. Treffpunkt ist immer Dienstags um 15 Uhr an der Pforte…

Langelsheim – Innerste – NSG „Mittleres Innerstetal mit Kanstein“ – Kansteinburg – Kanstein – Wartberg – Gut/Kloster Riechenberg – Kattenberg – Stadtgarten – Odeon-Theater – Goslar

Erstüberquerung der Innerste

Erstüberquerung der Innerste

Sooooo! Die letztes Jahr angekündigte Unterbrechung hat doch „etwas“ länger gedauert als anfangs vermutet. Ein „leidensgerechter“ Job wie anvisiert hat sich bisher nicht ergeben und trotzdem gebe ich es nicht auf, noch einmal eine sinnvolle und anständige Tätigkeit zu finden. Trotzdem kann ich mich endlich wieder verstärkt dem Wandern widmen, das gerade in den letzten Jahren immer mehr zur „Haupt-Freizeitbeschäftigung“ geworden ist … eigentlich sogar zu noch mehr oder zu etwas anderem. Die „Autolosigkeit“ trägt dann noch dazu bei, die Art des Wanderns zu verändern. Denn sonst wäre uns die Idee einer solchen Streckenwanderung zwischen Langelsheim und Goslar, wohl nicht wirklich gekommen. Fast unglaublich erschien es mir, das wir diese Wanderung vor über sechs Jahren im späten Herbst als Runde gemacht haben sollen. Kinder, wie doch die Zeit vergeht! Dieses Mal als Strecke im frühen Frühling, war es ein gänzlich anderes, vielleicht sogar einen Tick schöneres Erlebnis. Aber die ersten Touren im Frühling, wenn die Emotionen keimen und die Blümchen blühen, gehören sowieso oft genug zu den Highlights des Jahres…

Los geht es am Bahnhof in Langelsheim. Sind das nicht die Momente, die für jegliche „Mühsal“ des Hikens entlohnen? Es ist verdammt nochmal Frühling! Endlich Sonne, endlich Wärme, endlich wieder Vögelchen und Blümchen und endlich wieder weniger als gefühlte fünfzehn Schichten Klamotten am Leib. Herrlich! Langelsheim hat durchaus schöne Ecken und einiges, das es zu entdecken lohnt. Wir begegnen davon auf dem Weg vom Bahnhof zur Innerste nur wenigen. Für uns gehört aber auch die „Kultur“ des Menschen zu den wichtigen Aspekten vieler Wanderungen und Langelsheim merkt man noch deutlich seine Historie als „Bergbau- und Industrieort“ an. Das ist ein rauer Charme, den die Wohnsiedlungen der Mitte des 20. Jahrhunderts versprühen. So geht es vielleicht nicht gerade wanderbar zum Innersteufer, aber trotzdem interessant und erlebenswert, wenn man sich darauf einlassen kann. An unserem „Heimatfluss“, der hier bei Langelsheim seine „Kinderstube“ Harz verlässt und … immer noch schwer belastet ist … wird es schon deutlich freundlicher. Ein schöner Pfad führt entlang der begrünten Innerste, die hier breit und flach dahinströmt. So gelangen wir in das hier bei Langelsheim beginnende Naturschutzgebiet „Mittleres Innerstetal mit Kanstein“, das ca. nach Verlassen des Ortes beginnt und sich bis fast vor die Tore unserer Heimatstadt zieht. Dort wo das Naturschutzgebiet endet bzw. beginnt, mündet auch das kleine Harzflüsschen Grane in die Innerste, das bei Hahnenklee entspringt.

Natürlich ist das hier keine uneingeshchränkte Idylle, denn dafür befinden wir uns nahezu auf der gesamten Tour zu nahe an der vermeintlichen Zivilisiation und ihren Einflüssen auf die Landschaft. Aber die Innerste als teils sehr schwer metallbelasteter Fluss hat ebenso wie die in Richtung Braunschweig fließende Oker, einen in unserer Gegend ganz besonders erlebenswerten Charakter. Auf schönem Weg geht es für uns über zwei Brücken zum Kanstein. Hier kann man einem Weg am anderen Innersteufer zurück folgen oder wenn man dem Kanstein näher kommen will, ein Stück an oder auf der Straße gehen. Auch der Kanstein ist keine mörderisch imposante Erhebung, passt aber perfekt in diese etwas andersartige Umgebung. Auch er, auf dem sich einst die Kansteinburg erhob, musste unter menschlicher Einflussnahme leiden und ist mitsamt der Burgreste … für uns jetzt noch nicht sichtbar … in weiten Teilen einem Steinbruch zum Opfer gefallen. Als wir jetzt hier waren, es ist je nach des Schöpfers Wille mal Spätwinter und mal Frühfrühling, lagen nicht nur an den Hängen des Kanstein die letzten Schneebretter des relativ hartnäckigen Winters. An einer Infotafel zum Königsweg direkt an der Straße, führt uns ein schmaler Pfad auf den Kanstein. Der ist nicht ganz leicht zu sehen, ist aber bei entsprechender Navigation z.B. auf der OSM eingezeichnet. Wir nutzen momentan z.B. Locus Map mit den tollen, kostenlosen Offline-Karten und Themes von OpenAndroMaps auf unseren zwei China-Smarties, so das sich ausgedruckte oder gar gekaufte Karten mittlerweile zur Gänze erledigt haben.

Der Kanstein im NSG Mittleres Innerstetal (Infos auf der Rückseite)

NSG -Mittleres Innerstetal mit Kanstein-

Das 563ha große NSG „Mittleres Innerstetal mit Kanstein“, das seit 2008 ausgewiesen ist, erstreckt sich vom nordöstlichen Rand Langelsheims, bis zur Innerstebrücke bei Heinde. Zusammen mit den Naturschutzgebieten „Mastberg mit Innersteaue“ und „Haseder Busch“, ist der Fluss auf gut der Hälfte seiner insgesamt knapp 100km Länge, als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Unter Schutz steht hier ein naturnaher, dynamischer Berglandfluss mit seinen typischen Abbruchkanten, Prall- und Gleitufern. Mehrere Auwald-Fragmente, ausgedehnte Uferstaudenfluren, Flussschotter-Magerrasen und viele, kleine Nebenteiche und Gewässer, prägen sein vielfältiges Erscheinungsbild. Als markante Punkte sind z.B. zu nennen: Der Kanstein bei Langelsheim, die Schlackenhalde bei Bredelem, die Klärteiche bei Baddeckenstedt und die Fischteiche bei Derneburg. Die teils schwermetallbelastete und sauerstoffreiche Innerste, beherbergt in ihren verschiedenen Flussabschnitten, eine großartige und artenreiche Fauna und Flora. Auf den Schwermetallrasen wachsen z.B. Hallers Grasnelke, Hallers Schaumkraut und das Dreifarbige Stiefmütterchen. An den Gewässern leben z.B. Eisvogel, Schwarzstorch, Mittelsäger und die Wasseramsel.

Wir „erklimmen“ den Kanstein und den Hügel der ehemaligen Kansteinburg, über die nicht viel bekannt ist und die eventuell bald zur Gänze verschwinden wird. Die Burg wurde in karolingischer Zeit (8./9. Jahrhundert) als Etappenziel/Fluchtburg und/oder zum Schutz mehrerer hier verlaufender Handelswege errichtet. Im 13. Jahrhundert fand sie erstmals Erwähnung, hatte da aber bereits deutlich an Bedeutung verloren. Reste der Burg sind im Gelände nicht erkennbar, aber man hat vom Burghügel, hart an der Abbruchkante des näherrückenden Steinbruchs, eine tolle Sicht auf die Umgebung. Es geht über die karg anmutenden Wiesen des Kanstein, auf denen später aber wesentlich mehr los sein sollte. Jetzt im März, entdeckten wir lediglich die leicht zu übersehende, winzige, aber auch schöne Galmei-Frühlings-Miere, die zu den Galmeipflanzen zählt und im und am Harz ihr größtes Ausdehnungsgebiet in Deutschland hat. Etwas abseits unseres Weges am Fuß der Hügel liegt der Fischzuchtbetrieb „Der Fischmeister“ mit Angelteichen, Außer-Haus-Verkauf und Restaurant. Ohne oder nach einer Einkehr geht es vorbei an einem kleinen, aufgelassenen Steinbruch mit ebenfalls interessant anzunehmender Flora. Dann erreichen wir den Fuß des Kansteins und streben auf dem schönen Waldrandpfad gen Osten. Unzählige kleine, manchmal noch im Gelände erkennbare Abbaugebiete prägen den abwechslungsreich bestandenen Hügelhang.

Ein sehr schöner Weg durch eine etwas karg anmutende, aber trotzdem irgendwie sehr anmutige Gegend. Ab und zu steht auch mal eine Bank am Wegesrande, um die sich hier sammelnde Wärme und Windstille und die umgebende Vorharzlandschaft genießen zu können. Eigentlich quatschen wir ja eher nicht so viel beim Wandern, aber an diesem Tag hatten wir wohl Frühlingsgefühle und bogen beim Quasseln auf den „falschen“ Weg ein. Als wir das merkten, war dieser aber schon viel zu schön um noch zurückzukehren. Es geht hier nämlich, die nachträgliche Recherche ergab Gewissheit, oberhalb des Gleisbetts einer alten Bahnlinie entlang. Dieser ehemaligen Bahnstrecke Vienenburg-Langelsheim sind wir auch schon früher begegnet, bei Wanderungen am Harly, am Kloster Wöltingerode und sehr beeindruckend, in einem kleinen Waldstück bei Immenrode. Ein schöner Weg mit einer Bank am Ende, bevor es wieder zum Fuß des Berges geht. Der Wartberg repräsentiert die Gegend hier zum Schluss noch einmal von ihrer allerschönsten Seite. Alter Knorreichen-Birken-Graswald flankiert unseren Weg aufs Feinste und führt am Ende … zu einer schönen Aussichtsbank unter Kiefern. Jetzt folgt der nächste Abschnitt, in dem es durch eine offene Feldlandschaft zum Gut und Kloster Riechenberg geht.

Die Klostermauer am Kloster Riechenberg

Die Klostermauer am Kloster Riechenberg

Das Kloster Riechenberg wurde 1117 von der Familie des Subdiakons des Goslarer Stifts St. Simon und Judas („Dom“) gestiftet. Nach Jahrhunderten des wechselnden Wachtums und Niedergangs, wurde das Kloster 1803 säkularisiert und die romanische Kirche 1818 zur Gewinnung von Baumaterial abgerissen. Das Gut wird immer noch landwirtschaftlich genutzt, auf dem Gelände des „Restklosters“ lebt heute eine evangelische Gethsemane-Bruderschaft. Durch die Rosenpforte kann man zwischen Mai und Oktober jeden Dienstag um 15 Uhr das Klostergelände und die Krypta besuchen, die zu den schönsten in Norddeutschland gezählt wird. Auch die Reste der Stiftskirche und der Landschaftsgarten sind einen Besuch wert. Wer nur die Führung von der Rosenpforte aus mitmachen möchte, findet an der B82 zwischen Goslar und Langelsheim einen passenden, zu Stoßzeiten auch nicht ungefährlich erreichbaren Parkplatz. Die Einfahrt zum und das Parken am Gut sind verboten und etliche Bewohner wachen mit Argusaugen darüber, das niemand ihre Ruhe stört … wie wir selbst schon feststellen mussten.

Omit Besichtigung oder ohne, am Kloster geht es immer an der Wand lang. Die Klostermauer ist im westlichen und südlichen Bereich noch erhalten und geleitet uns vom Gelände. Jetzt wird es erstmal durstig, denn wir müssen durch die Feldmark, über die Verbindungsstrecke zwischen der B6 und der B82, unter der Eisenbahn hindurch und gelangen zum Goslarer Stadtfriedhof. Der ist durchaus sehenswert und wer mag, kann die Strecke hier ändern. Den schönen Weg über den erstaunlich „mitten“ im ort liegenden Kattenberg sollte man aber schon nehmen. Wir dachten, das wäre ein Park, aber es handelt sich wirklich um ein Waldstückchen, das irgendwie der menschlichen Umtriebigkeit entkommen ist. An dieser Stelle erwähne ich auch gleich mal den tollen „Goslarer Straßennamenkatalog“, in dem man viele Informationen, Sagen und Legenden und ab und zu auch mal etwas Witziges zu den Goslarer Straßen und Plätzen findet. Wir kommen vom Kattenberg direkt in den kleinen Stadtgarten mit seiner Minigolf-Anlage. Eine Augenweide war der kleine Park bei unserem Besuch im März, denn Abertausende von verschiedenfarbigen Krokussen überzogen Teile des Grüns zwischen den Bäumen. Für uns zum Abschluss noch einmal ein Grund, nicht immer nur die Abgeschiedenheit zu suchen. Denn auch in Städten wie z.B. Goslar gibt es an (fast) jeder Straßenecke etwas zu entdecken.

Wir kommen zum Odeon-Theater, das jetzt seit Jahren im Dornröschenschlaf des langsamen Verfalls liegt bzw. noch steht. Das Gebäude entstand im 19. Jahrhundert und hier gründete sich z.B. 1950 die Bundespartei der CDU und wählte ihren Bundesvorsitzenden Konrad Adenauer. Ein Haus mit ansehnlicher Geschichte und ungewisser Zukunft. Durch einen Fußgängertunnel gelangen wir schließlich zu unserem Ziel am Goslarer Bahnhof, der wohl mit seiner Architektur nicht nur zufällig an einige Gebäude der Stadt erinnert. Das war wieder eine der sehr spannenden Touren rund um die alte Kaiserstadt Goslar. Unsere Touren am Sudmerberg, am Steinberg, am Rammelsberg und am Bollrich, sind ja leider letztes Jahr verschütt gegangen und müssen beizeiten wiederholt werden bzw. aus der Erinnerung neu eingestellt werden. Wer schöne und für (Nord)Deutschland außergewöhnliche Natur mit faszinierender (Bergbau)Kultur verbinden will, dem sei die nähere Umgebung der Welterbestadt Goslar, einer der Perlen Niedersachsens, allerwärmstens empfohlen…

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Langelsheim - Kanstein - Kloster Riechenberg - Goslar

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Start / Ziel am Bahnhof Langelsheim: 51.930265, 10.342904
Parkplatz am Kloster Riechenberg: 51.921906, 10.393302
Bank: 51.935356, 10.338698
NSG \'Mittleres Innerstetal mit Kanstein\': 51.941037, 10.346074
Ehem. Bahnstrecke Vienenburg - Langelsheim: 51.932359, 10.363455
Ehem. Bahnstrecke Vienenburg - Langelsheim: 51.934515, 10.376158
Ehem. Bahnstrecke Vienenburg - Langelsheim: 51.938259, 10.394547
Kalksteinbruch Langelsheim: 51.940224, 10.351803
Reste der Kansteinburg: 51.939556, 10.349733
Aussichtsplatz: 51.939820, 10.349303
Cafe \'Fernweh\': 51.910490, 10.423338
Ehemaliger Steinbruch: 51.936189, 10.355762
Bank: 51.934686, 10.379065
Bank: 51.932624, 10.378668
: 51.930831, 10.387257
Der Mühlenteich: 51.926630, 10.399740
Gut Riechenberg: 51.924671, 10.402411
Kloster Riechenberg: 51.923947, 10.400056
Die Rosenpforte / Eingang zum Klosterrundgang: 51.922451, 10.399568
Bank: 51.922448, 10.399659
Stadtfriedhof Goslar: 51.915930, 10.414631
Der Kattenberg: 51.914825, 10.421069
Stadtgarten Goslar: 51.912866, 10.424738
Odeon-Theater Goslar: 51.911211, 10.424223
Start / Ziel am Bahnhof Goslar: 51.911733, 10.420728
Fischzucht und Restaurant \'Der Fischmeister\': 51.934284, 10.351857

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