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Bodenburg – Ökologischer Wasserlehrpfad – Bodenburg:

Von Bodenburg geht es durch die Feldmark nach Maiental, dann kurz durch Bad Salzdetfurth in den Ortsteil Wehrstedt. Hier steigen wir ins Lammetal ein, wandern am Schellbrunnen vorbei und erreichen nach Verlassen des Tales schließlich den Waldrand der Ohe. Durch die schöne Lindenallee geht es in die Feldmark bei Bodenburg bis zum ebenso schönen Heckenweg, dann zurück nach Bodenburg. Hier durchqueren wir den Ort und den Schlosspark, um zu unserem Ausgangspunkt zurückzukehren…

  • Anfang Februar 2017
  • Ende November 2016
  • Mitte Oktober 2016
  • Ende Juni 2016
  • Anfang April 2012
  • Ende November 2011

Eigentlich immer wieder im Ganzen und Teilabschnitten … zu Fuß und auf dem Rad…

Knapp 150 Höhenmeter Auf- und Abstiege ohne nennenswerte Prüfungen…

Wehrstedt mit Schmiede und Ortskern, Lammetal mit Schellbrunnen, Lindenallee und Feldheckenweg bei Bodenburg, Ortskern und Schlossensemble Bodenburg… 

  • Waldgaststätte „Zum Maiental“ in Maiental
  • Mehrere Gaststätten im „Zentrum“ von Bodenburg

Parkgelegenheiten z.B. am Bahnhof Bodenburg, im Maiental an der „Hauptstraße“, an der L493 an der Lammebrücke…

Mit der Nordwestbahn / Lammetalbahn von Hildesheim nach Bodenburg und von dort wieder zurück…

Bodenburg – Östrum – Maiental – Bad Salzdetfurth – Wehrstedt – Schellbrunnen –  Lammetal – Ohe-Waldrand – Lindenallee – Bodenburger Feldmark – Heckenweg – Ortskern Bodenburg – Schloss Bodenburg – Bodenburg

Die Riehe

Die Riehe

Vor dem Ökologischen Wasserlehrpfad in Bodenburg schreckten wir lange zurück, weil die Wegeführung uns in früheren Zeiten suboptimal erschien … wie leider bei vielen ausgewiesenen Rundwegen … nicht nur in Bad Salzdetfurth. So machten wir eigentlich immer nur eine verkürzte Runde um die Ohe. Zeiten ändern sich, Menschen ändern sich … und so empfanden auch wir im Laufe der Zeit wieder mehr für die Kultur unserer Heimat, die untrennbar mit der noch vorhandenen Natur verbunden ist. Jedes noch so kleine … sorry … Kleckerdorf hat irgendetwas, das man erleben kann, wenn man möchte. Also war es für uns an der Zeit, die Runde mal wie vorgegeben zu machen. Und siehe da … es war wie mittlerweile fast immer ein wanderbares Erlebnis.

Durch die geologische Situation im Umfeld der Ortschaft Bodenburg herrscht hier ein großer Wasserreichtum. Der Ökologische Wasserlehrpfad Bodenburg entstand schließlich 1995 auf Initiative des ortsansässigen Künstlers Hans-Werner Kalkmann, in dessen Werken das Thema Wasser schon immer eine große Rolle spielt. Auf 17 Schautafeln entlang des Weges, der irgendwie, so wie ja auch der Wasserkreislauf, keinen richtigen Anfang und wie bei einem Rundweg üblich, kein richtiges Ende hat, bekommt man Informationen über die Funktionen des Wassers im natürlichen Zusammenhang und seine Bedeutung für den Menschen. Es ist Jammern auf hohem Niveau, aber ich hätte mir schon gewünscht, das man an dieser Stelle eine solche Gelegenheit genutzt hätte, um einen mehr „ganzheitlichen“ Lehrpfad zu schaffen. Infos z.B. zu den Sagen und Legenden der Gegend, zu den beiden schönen Alleen an der Ohe, der alten Schmiede in Wehrstedt oder dem wunderbaren Zwergentunnel-Heckenweg. Aber das ist bei vielen Lehrpfaden so, das man sehr spezifische Informationen hauptsächlich zu einem Thema erhält und auch so erfährt man  auf den Tafeln Interessantes zum Thema Wasser am Beispiel Bodenburgs. Für Interessierte gibt es einen PDF-Flyer zum Weg auf der Site der Stadt Bad Salzdetfurth (mittlerweile schreibe ich es richtig) oder ein umfangreicheres Begleitheft z.B. beim Fremdenverkehrsverein oder Kunstverein Bad Salzdetfurth.

Los geht es am Bahnhof Bodenburg, der ja eigentlich irgendwie in Östrum liegt. In früheren Zeiten war Bodenburg ein kleiner Eisenbahn-Knotenpunkt, als von hier noch Zuglinien nach Elze und nach Bad Gandersheim verkehrten. Heute geht es „nur“ ins altehrwürdige Hildesheim. Unübersehbar direkt am Bahnhof der alte Wasserturm, der auch eine der Stationen des Lehrpfades darstellt. Ich habe nicht alle Infotafeln fotografiert und eingestellt, sondern nur einige wenige als „Anschauungsobjekte“. Am Gewerbegebiet vorbei, auf dessen Gelände früher eine Zuckerfabrik stand, geht es fix hinaus aus dem Dorf. An der Kläranlage, der nächsten Station, überqueren wir den kleinen Bach Riehe, an dem weiter in Richtung der Kurstadt, eine alte Wassermühle stand bzw. noch steht. Hier gibt es auch die Möglichkeit eines Abstechers zu einem wenige hundert Meter entfernten Feuchtbiotop. Wir streben hinauf in die hügelige Feldmark zwischen Östrum und Maiental. Landschaftlich ist das noch nicht so prickelnd, aber es bieten sich schöne Ausblicke ins Almetal, zum Hildesheimer Wald oder nach Bad Salzdetfurth. Auf einem der Hügel der „Fubadome“ des einst weithin bekannten Unternehmens, auf dessen Firmengelände das heutige Teccenter entstand. In Maiental besteht die Möglichkeit zur Einkehr in der traditionsreichen Waldgaststätte „Im Maiental“, die aus einem landwirtschaftlichen Betrieb der 1930er Jahre hervorging, der damals schon durstig und hungrig umherstreifende Wandervögel versorgte. An der Straße geht es jetzt, vorbei an Kleingärten, hinab in den Außenbereich der Stadt Bad Salzdetfurth. Fast unverkennbar sind die Anlagen des ehemaligen Kalischachtes II, dessen südliche Grenze wir passieren.

Lammewehr an der Wehrstedter Straße

Lammewehr an der Wehrstedter Straße

Bad Salzdetfurth ist ein schöner, ein erlebnisreicher Ort „vor den Toren“ der alten Bischofsstadt Hildesheim, der selbstverständlich irgendwann einen eigenen Beitrag wert ist. Auch weitere Wanderungen werden uns hoffentlich (wieder) zu den „Erlebniswürdigkeiten“ der Umgebung führen, zu denen wir heute nicht gelangen. Eine Tagestour ist der Ort auf jeden Fall immer wert. Ein Bummel durch den kleinen, aber feinen Kurpark mit Besuch der Sole-Therme, ein Rundgang durch den Fachwerkkern der Stadt, eine Tour in die wanderbare und erstaunlich bergige Umgebung oder eine Exkursion in die (Bergbau)-Geschichte der alten Kali- und Salzstadt, kann man nur wärmstens empfehlen. Für uns geht es heute nur kurz vorbei am Lammewehr und dann gleich wieder hinaus in den Stadtteil Wehrstedt. Aber auch der hat mehr „famous“ places inside, als man auf den ersten Blick vermuten sollte.

Zuerst geht es vorbei an der sehenswerten Schmiede von Wehrstedt mit ihrem historischen Windrad. Leider habe ich dieses Mal keine Infos dazu gefunden, aber das wohl über 100 Jahre alte Windrad stellt eine findige Installation dar und könnte zu den ältesten unserer Republik gehören. Für tiefgehende historische Informationen zum kleinen Wehrstedt kann ich die Site des Heimatvereins empfehlen, auf der man eine HTML-Version der umfangreichen Dorfchronik bekommt. Auf dem kleinen Fußweg, an manchen Stellen haben wir die Route etwas unseren Bedürfnissen angepasst, geht es hinauf ins „Bergdorf“ Wehrstedt. Der Kirchplatz mit den umliegenden Häusern und altem Baumbestand ist schon ein nettes Plätzchen. Auf dem Gelände des Pfarrgebäudes steht ein zum Jugendtreff ausgebauter Güterwagen. Auf dem Weg aus dem Ort hinaus, liegt auf der rechten Seite der Islandpferdehof „Oheblick“. Vorbei an einem kleinen Rastplatz, verlassen wir den Ort schließlich, kommen ins Lammetal und beginnen die Umrundung der Ohe, die dabei immer rechts von uns bleibt. Für uns immer ein schöner Weg zwischen dem hier begradigten Bach und Feldern, der in jeder Jahreszeit etwas zu bieten hat. Etliche kleine, selbstgebastelte Brücken, überspannen den Bach zu Gartengrundstücken, die wohl zu den Häusern an der K315 gehören. So gelangen wir entspannt zum Schellbrunnen, der in der Vergangenheit eine wichtige Rolle für den Ort spielte. Mehrere Sagen und Legenden ranken sich um die Ohe und den Born.

Ein Ort mit Ausstrahlung auf jeden Fall und man glaubt die hier wirkenden Kräfte der Natur fast spüren zu können. An solchen Orten fällt es mir leicht nachzuvollziehen, warum die im Naturglauben verwurzelten Menschen früherer Zeiten solche Orte für heilig hielten. Noch ein Stück geht es durch den Buchenwald der Ohe, dann hinaus ins offene Tal der Lamme, die ab hier wieder sie selbst sein darf und munter vor sich hin mäandert. Das mag für viele nichts besonderes sein, keine besondere Landschaft. Wir fühlen uns hier immer irgendwie wohl und es zieht uns wie magisch alle paar Jahre zu einer Umrundung der Ohe in der Auenlandschaft der Lamme. Das hat etwas Ursprüngliches, etwas Abgeschiedenes, etwas … tja, vielleicht individuell Unbeschreibliches. Für uns einfach ein Plätzchen, das uns immer wieder in seinen Bann zieht. Entlang der natürlich dahinfließenden Lamme geht es bis zur L493, dann ein paar Meter an oder neben der Straße und schließlich hinauf zum südlichen Waldrand der Ohe. Dort gibt es einen Weg im Wald am Rand oder man geht auf einem je nach Jahreszeit mehr oder weniger gut begehbaren Grasweg außerhalb des Waldes. Von dort hat man teilweise weite Ausblicke in die Umgebung bis zum Harz hin. In Richtung Bodenburg bringt uns ein wiederum freundlicher Weg durch eine alte Lindenallee. Solche Alleen sind auch nicht überall zu finden, hier verlaufen gleich zwei davon fast parallel zueinander. Über die L493 kommen wir schließlich in die Bodenburger Feldmark.

Rastplatz im Zwergentunnel im Spätwinter

Rastplatz im Zwergentunnel im Spätwinter

Diesen Abstecher in die Felder hätten wir beinahe weggelassen, weil mir das wirklich nicht sehr wanderbar erschien. Aber wir wollten halt den Ökologischen Wasserlehrpfad diesmal weitestgehend gehen und wir wurden nicht enttäuscht. An der Station 1 des Lehrpfades vorbei kommen wir, die Windräder geflissentlich übersehend, zu einem „agrarhistorischen“ Kleinod, das wir noch nicht oft bestaunen und erleben durften, in der Hildesheimer Umgebung sogar noch überhaupt nicht. Die beiden langen Zuwege in der Feldmark, werden durch einen manchmal „zwergentunnelartigen“ Heckenweg verbunden. Ob es sich um eine alte Windschutzhecke oder was auch immer handelt, kann ich leider nicht ermessen und leider bekommt man auf den Tafeln des Lehrpfades auch keine Informationen. Auf jeden Fall ein richtig schöner Weg, sogar mit einer Pausenbank inside. Hinter dem Heckenweg geht es jetzt zur letzten Etappe des Tages nach Bodenburg. Kurz vor Erreichen des Ortes gelangen wir zu einem schönen Grill- und Rastplatz mit allem Drum und Dran und einem dieser irgendwie kurios anmutenden Ausblicks-Stahldinger, die Bad Salzdetfurth sich, ganz am Puls der Zeit, geleistet hat.

Wir erreichen Bodenburg, wieder einer dieser Orte in der Umgebung, dessen nähere Erkundung durchaus Erstaunliches zu Tage fördert.  Den Weg durch den Ort kann sich deshalb jeder ganz individuell zusammenstellen. Unser Weg führt uns zuerst in den historischen Ortskern mit seinen beiden Fachwerk-Straßenzügen. Der Ort wurde im 19. Jahrhundert mehrfach von verheerenden Feuersbrünsten zerstört, der Kern ist trotzdessen schön erhalten. An einigen Stellen findet man Kunstwerke des ortsansässigen Hans-Werner Kalkmann, der eben auch den von uns heute begangenen Lehrpfad mit initiiert hat. Dann geht es je nach eigenem Ermessen, entweder durch die Sehlemer Straße direkt zum Schlosspark Bodenburg oder durch die Teichstraße vorher noch durch den Schlossbezirk. Das ist für Erstbesucher durchaus zu empfehlen, denn hier gibt es ein sehenswertes Gebäudeensemble. Da ist das zum einen das moderne Atelier von Hans-Werner Kalkmann und daneben der außergewöhnliche, historische Bullenstall, in dem der Kunstverein Bad Salzdetfurth seinen Sitz hat, zum anderen das Schloss mit seinem markanten Bergfried, der durch seine Uhr an einen Kirchturm erinnert. Durch den Schlosshof geht es dann in den angrenzenden Park, der schon bessere Zeiten gesehen hat, aber auch schon schlechtere. Da es im Raum Hildesheim solche Anlagen nicht gerade an jeder Straßenecke gibt, besitzt er trotzdem einen hohen kulturhistorischen Wert … und das nicht nur, weil hier der „Tennisbaron“ Gottfried von Cramm einst trainierte. Durch den öffentlich zugänglichen und kleinen, aber feinen Schlosspark mit teils altem Baumbestand, gelangen wir zur Straße, an der wir die letzten Meter zu unserem Ausgangspunkt zurücklegen.

Ein Weg durch Kultur und Natur einer Gegend, die vom Wasser geprägt ist und auch von ihm profitiert hat. Aber die meistens friedlich und freundlich dahinfließende Lamme hat erst 2017 wieder bewiesen, das es ihr nicht wirklich gefällt, von Menschenhand gezähmt und drangsaliert zu werden. Die Rufe werden dann immer sofort laut nach besserem Schutz. Nur wenige rufen nach einer Besinnung, einer Rückbesinnung in eine Zeit, als der Mensch die Natur noch respektierte und z.B. Quellen als Heiligtümer verehrte. Der Ökologische Wasserlehrpfad ist noch ausbaufähig. Er ist kein Premiumweg für Menschen, die süchtig sind nach Großsehenswürdigkeiten. Er führt mal asphaltiert, mal auf schmalem Pfad durch eine Landschaft, die teils noch ihren natürlichen Charakter bewahrt hat, aber größtenteils von der Kultur des Menschen geprägt ist. Ein Weg, der all das bereithält, was unser Land ausmacht und ein Weg, auf dem man erkennen kann, das das ganze Leben eigentlich nichts anderes ist als eine einzige, für unsere Maßstäbe ziemlich lange Wanderung…

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Bodenburg - Ökologischer Wasserlehrpfad - Bodenburg 15km

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| km | GPX-Datei herunterladen GPX-Datei herunterladen
Start / Ziel am Bahnhof Bodenburg: 52.032878, 10.003969
Parkplatz am Bahnhof: 52.033073, 10.003599
Parkbuchten im Maiental: 52.046651, 9.991977
Parkmöglichkeit an der L493: 52.026743, 10.040490
Mühlengraben und Riehe: 52.040494, 10.001206
Ehemalige Wassermühle: 52.043768, 10.003181
Wasserturm in Östrum: 52.032786, 10.002902
Der \'Fuba-Dome\': 52.044546, 9.996443
Bushäuschen-Schutzhütte: 52.046460, 9.992688
Die Lamme: 52.048624, 10.004109
Alte Schmiede mit Windrad: 52.045774, 10.011281
Ortskern Wehrstedt: 52.043570, 10.012590
Im Lammetal: 52.045074, 10.027685
Der Schellbrunnen: 52.041003, 10.036107
Islandpferdehof \'Oheblick\': 52.043596, 10.015315
Rastplatz: 52.044962, 10.017831
Bank: 52.044946, 10.027170
Die Brücken am Bach: 52.045374, 10.021377
Die Ohe: 52.035281, 10.029230
Das Lammetal: 52.035545, 10.042834
Aussichtsplatz: 52.028990, 10.031483
Historische Lindenallee: 52.028508, 10.021806
Der Heckenweg (Zwergentunnel): 52.017298, 10.012708
Schutzhütte: 52.022679, 10.011592
Rastplatz: 52.022712, 10.011925
Ortskern Bodenburg: 52.026145, 10.009500
Wasserschloss Bodenburg: 52.026792, 10.007708
Gutspark Bodenburg: 52.027928, 10.006131
Pavillon im Gutspark: 52.029868, 10.007536
Kunstverein Bad Salzdetfurth im ehem. Bullenstall: 52.026416, 10.007992
Atelier von Hans-Werner Kalkmann: 52.026584, 10.008443

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2018-05-01T22:08:04+00:00