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Harsum – Stichkanal Hildesheim – Harsum:

Vom Sportplatz des SC Harsum, geht es durchs Hollenmeerholz, durch die Feldmark und an der ehemaligen Bahnlinie „Siegfried Giesen – Hafen Harsum – Harsum“ entlang, zum Stichkanal Hildesheim. Eine ganze Zeit geht es dann parallel zum erstaunlich waldreichen Kanal und schließlich in den Harsumer Wald. Im Muttergottesholz erreichen wir die sehenswerte Marienkapelle und gehen dann durch den Wald zurück zum Kanal. Dem folgen wir schließlich und schlussendlich bis „Zum Kuckuck“…

Ende Februar 2017…

Ungefähr 75 Höhenmeter Steigungen und Neigungen. Wohl die „Auf- und Abstiege“ zu den Brücken…

Stichkanal Hildesheim, Hafen Harsum mit „Wander-Kanalbrücke“, Marienkapelle Harsum…

Waldgasthaus „Zum Kuckuck“ am Sportplatz des SC Harsum…

Parkgelegenheiten am Sportplatz des SC Harsum oder an der Marienkapelle Harsum…

Man kann gut mit der Bahn zum Bahnhof Harsum und findet nach wenigen hundert Metern, einen Einstieg an der Marienkapelle Harsum…

Harsum – Hollenmeerholz – Stichkanal Hildesheim – Hafen Harsum – Muttergottesholz – Waldfrieden – Marienkapelle Harsum – Muttergottesholz – Stichkanal Hildesheim – Harsum

Im Hollenmeerholz

Im Hollenmeerholz

Bevor ich mich erstmal für ein paar Wochen verabschiede, ist es mir noch eine besondere Freude, eine der „Wanderungen“ einzustellen, die so bezeichnend sind für unsere Art des Wandern, welche auch immer das sein mag. Ich muss allerdings fairerweise dazu sagen, das ich das Teil auch jahrelang vor mir hergeschoben habe … wie so oft natürlich zu Unrecht. Eine recht kurze und schwierig verlängerbare Tour, die wir aber, weil sie für uns wirklich sehr zufriedenstellend war, irgendwann versuchsweise doch noch nach Algermissen verlängern wollen. Der Hildesheimer Stichkanal ist ja schon mit dem Fahrrad streckenweise sehr schön und wir kannten viele Abschnitte des Weges auch schon vom Drahtesel. Trotzdem war das an einem freundlichen Tag im frühen Frühling, mit abschließender Einkehr im Kuckuck, auch auf Schusters Rappen, ein tolles Erlebnis. Solche Erlebnisse sind es, die sich manchmal ins Gedächtnis einbrennen … und bevor man sich richtig versieht, wiederholt man eine Wanderung dann immer wieder, über die manch anderer nur abfällig die Nase rümpfen würde.

Los geht es am Sportplatz des SC Harsum, fast mittig an der Straße von Groß Förste nach Harsum. Vor dem Sportplatz, kann man gut an der Straße parken. Auf der anderen Straßenseite wartet auch schon der „Kuckuck“ auf unsere baldige Rückkehr. Aber welch lukullischen Genüssen wir uns auch später hinzugeben gedenken … vor dem Erfolg kommt bekanntlich üblicherweise der Schweiß. Der sollte auf dieser äußerst flachen und auch nicht gerade endlos langen Tour, aber allerhöchstens ausbrechen, wenn die Temperaturen über 30 Grad im Schatten erreichen oder man irgendwann bemerkt, das man wohl vergessen hat, das Essen vom Herd zu nehmen. Zwischen dem Sportplatz und dem Hildesheimer Stichkanal, wenden wir uns zuerst in die Straße „Am Kanal“, die uns an zwei Waldgrundstücken vorbei, ins Hollenmeerholz führt. Das ist ein freundliches, kleines Wäldchen am „Rande“ der Hildesheimer Börde. Die bekommen wir zu Gesicht, sobald wir das Wäldchen verlassen. Weit reicht der Blick ins flache Land, bis zum Kraftwerk Mehrum. Überwältigt von so viel leer anmutendem Raum, gehen wir links und nochmal links, um uns an der ehemaligen Werksbahnlinie „Siegfried Giesen – Hafen Harsum – Harsum“, wieder dem Kanal zuzuwenden. Die Bahn verband seit Beginn des 20. Jahrhunderts, den Hauptschacht des Kaliwerks Siegfried Giesen, mit dem Bahnhof Harsum, später auch über den 1928 fertiggestellten Stichkanal, mit dem Mittellandkanal. Da es mehr oder weniger intensive Bestrebungen gibt, den Bergbau bei Giesen wieder aufzunehmen, könnte diese noch in weiten Teilen (komplett?) beschiente Strecke wieder nutzbar gemacht werden. Parallel zum Bahndamm, den man im Frühjahr theoretisch sogar begehen kann, geht es noch einmal durch ein kleines Waldstückchen, dann erreichen wir endlich den langersehnten Stichkanal Hildesheim.

Stichkanal Hildesheim (Infos auf der Rückseite)

Stichkanal Hildesheim

Im Vorfeld des lange geplanten Hildesheimer Hafens und des Stichkanals zum Mittellandkanal, kam es zu massiven Protesten der potentiell angrenzenden Gemeinden. Es musste erst einmal entschieden werden, ob der Kanal nun gebaut werden würde oder nicht. Auch die Routenführung, westlich über Sarstedt nach Hannover-Linden, oder östlich über Algermissen nach Sehnde, war Teil der Verhandlungen. Wie immer seit Menschengedenken, wollten Nutznießer das Projekt voranbringen, und „Nutzenlose“ waren dagegen. Es kam, wie es kommen musste, sagt der Volksmund. Im Jahr 1928 wurden Hildesheimer Hafen und Stichkanal Hildesheim, auf der östlichen Route gebaut, feierlich eröffnet. Heute kann man wieder sagen, das es kam, wie es kommen musste … die Gemüter haben sich in 90 Jahren Hafen und Kanal beruhigt und zumindest der Kanal, ist für viele Menschen ein nutzenbringender und nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der Landschaft geworden. Angler, Radfahrer und „seit neuestem“ auch Wanderer, erfreuen sich an dem ruhig daherkommenden Gewässer.

Ein geplanter Ausbau der Wasserstraße bis 2025/2030, könnte der momentan vorherrschenden Idylle am Kanal, allerdings einen fetten Strich durch die Rechnung machen. Was bei einer Umgestaltung der Uferböschung noch übrigbleibt, steht in den Sternen. Gerade der wunderbar wanderbare Abschnitt zwischen der L467 und der A7, wäre wohl stark gefährdet. Also nicht zu lange warten, hier noch einmal einen oder mehrere „verlängerte Spaziergänge“ zu machen. Wo waren wir stehengeblieben? Achja, am Kanal. Den erreichen wir an der Brücke der Werksanschlussbahn, die wir auf eigene Gefahr benutzen dürfen. Da sie einen sehr stabilen Eindruck macht und selbst meinem Gewicht problemlos standgehalten hat, wird sie wohl auch euch sicher ans andere Ufer bringen. Von der Brücke hat man einen schönen Blick auf den Kanal in Richtung Hafen Algermissen, und auf den „Hafen“ Harsum, der mehr wie eine Wasserfahrzeug-Haltebucht daherkommt. Hier führen Leitern ins Wasser und im „Badesommer“ kann man öfter jemanden im Wasser herumplanschen sehen. Am rechten Ufer ist der „schönere“ Weg in Richtung Algermissen, der allerdings mehr oder weniger, am querenden Bruchgraben endet. Für eine Verlängerung werden wir also wohl das linke Ufer wählen müssen. Vom Hafen aus, hat man auch noch einen guten Blick auf das Ende der hier verlaufenden Gleise. Bei Giesen erhebt sich, in andauernden Trockenperioden und bei gutem Wetter schneeweiß, der Kalimandscharo.

Der Abschnitt bis zu unserer zweiten Kanalbrücke, an der wir ja ungefähr gestartet sind, ist kein Premium-Wanderweg, aber hat vor allem, wenn man noch nie so verwegen war, an einem Kanal zu wandern, durchaus seine Reize. Zu entdecken und zu erleben, gibt es fast immer und fast überall etwas. Als wir hier waren, verrichtete z.B. ein von uns sogenanntes „Multifunktionsschiff“ seinen Dienst am Kanal. Die offizielle Bezeichnung des Arbeitsschiffes „Rethem“ lautet Schwimmgreifer. Das ist laut Bundesanstalt für Wasserbau ein „Schwimmendes Arbeitsgerät mit fest installiertem oder mobilem Baggergerät als integralem Gerätebestandteil, das überwiegend vom Wasser aus mit einem Greifer arbeitet“. Es gibt kein unnützes Wissen. Binnenschiffe sieht man hier auch des öfteren, so das für optische Abwechslung gesorgt ist und der Kanal ist hier eigentlich auch überall von Bäumen und Sträuchern bewachsen. Zwischen der zweiten und dritten Brücke unserer Tour, verläuft der für uns schönste, begeh- oder befahrbare Abschnitt des Stichkanals. Hier zieht sich streckenweise ein lauschiges Wäldchen am Wasser entlang und der Weg wird zum schmalen Pfad über Stock und Stein. An der dritten Brücke des Tages, übrigens die fünfte Brücke vom Hildesheimer Hafen aus gezählt, sehen wir in eine nicht so schöne Windkraftlandschaft … die wir zum Glück nicht begehen müssen.

Die Harsumer Marienkapelle

Die Harsumer Marienkapelle

Wir gehen nämlich auf die andere Uferseite des Kanals und gehen parallel zum selbigen, in Richtung Harsumer Wald. Den kenne ich schon seit meiner Schulzeit in der damals bestehenden Realschule des Ortes. Damals waren es eher leidvolle Erfahrungen, wenn wir armen, armen Kinder von unserem unbarmherzigen Sportlehrer, zum Waldlauf gezwungen wurden. Heute kann ich glücklicherweise entschleunigt und ständig den Kopf von links nach rechts schwenkend, durch diesen schönen Wald schlendern. Besonders im Frühling, sind die kleinen Wälder von Harsum, Asel und Borsum, beliebte Ausflugsziele. Massen an Buschwindröschen überziehen den schönen Wald und auch der ein oder andere Frühblüher, wie z.B. der Märzenbecher, lässt sich blicken.

Wir betreten den Wald, das Muttergottesholz, noch am Kanal. Die Autobahn, von der wir bislang wenig mitbekommen haben, wird hier allerdings für eine Zeit ohrenbetäubend laut. Selbst die alles gebenden Waldvögel, singen vergeblich gegen den Lärm der automobilen Zunft an. Aber das wird bald wieder besser. An einem hölzernen Feldkreuz wartet eine Bank, danach schlängelt sich der Weg durch den Wald, vorbei an der ehemaligen Waldgaststätte „Waldfrieden“. Bis zum Waldrand bei Harsum, folgt jetzt noch ein besonders schöner Abschnitt, durch einen lichten Eichen-Hainbuchen-Mischwald. Den verlassen wir schließlich kurzzeitig an der schönen Marienkapelle. Die Geschichte des 1726 hier „steckengebliebenen“ Marien-Standbildes und der 1857 dafür errichteten Kapelle, kann man auf den Fotos unten oder vor Ort nachlesen. An der Kapelle ist auch noch ein kleiner Kreuzweg und ein paar einladende Bänke. Hinter der Kapelle geht es weiter durch den weiterhin wirklich freundlichen Wald, an dessen Rand mittlerweile ein „Neubaugebiet“ errichtet wurde, von dem wir aber nichts mitbekommen. Am Ende des Waldes geht es auf den Weg zur Kanalbrücke und vor dieser, noch einmal rechts parallel zum Kanal. Am schönen Zaunwiesenholz wartet noch eine letzte Pausenbank, bevor wir unseren Ausgangspunkt am Sportplatz Harsum erreichen.

Yeah … bestimmt nicht jedermanns Sache … unsere jetzt schon. Das ist eine Tour, die man gerade im Frühjahr, immer mal wiederholen kann. Als Belohnung winken Erlebnisse und Eindrücke und eine Einkehr im wirklich empfehlenswerten Gasthaus „Zum Kuckuck„. Eine Verlängerung werden wir auf jeden Fall irgendwann machen. Dann geht es wohl links, vielleicht auch rechts am Kanal bis zur Brücke bei Lühnde, über die Siedlung Tiefenbeck zum Gelände der ehemaligen Ziegelei, am Alpebach entlang und durch das alte Dorf Algermissen, zum Bahnhof. Das hätte ich niemals gedacht, das ich hier irgendwann einmal wandern gehen würde. Aber wer hat schon jemals gestern oder heute gewusst, was morgen passieren würde? Viel Spaß beim Erkunden der Heimat … ich gehe jetzt bald, vollkommen offline, erstmal für ein paar Wochen ins ostfälisch-westfälische Grenzland…

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Harsum - Stichkanal Hildesheim - Harsum 8km

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Start/Ziel Parkbuchten Sportplatz: 52.214533, 9.943155
Sportplatz \'SC Harsum\': 52.214904, 9.943829
Parkmöglichkeit an der Marienkapelle: 52.205956, 9.953522
Ehem. Bahnlinie \'Siegfried-Giesen - Hafen Harsum - Harsum\': 52.223107, 9.944773
Ehem. Bahnlinie \'Siegfried-Giesen - Hafen Harsum - Harsum\': 52.222318, 9.929087
Ehem. Bahnlinie \'Siegfried-Giesen - Hafen Harsum - Harsum\': 52.221162, 9.954901
Die 1. Kanalbrücke des Tages (Eisenbahnbrücke): 52.223692, 9.940251
Der Harsumer Hafen: 52.224697, 9.939559
Stichkanal Hildesheim: 52.226340, 9.940288
Stichkanal Hildesheim: 52.205135, 9.941425
Die 2. Kanalbrücke des Tages (Straßenbrücke): 52.214937, 9.939902
Die 3. Kanalbrücke des Tages (Fußgänger- und Fahrradbrücke): 52.206634, 9.941318
Bank: 52.202938, 9.943770
Feldkreuz: 52.202892, 9.943694
Der ehemalige Waldfrieden: 52.205023, 9.948109
Bänke: 52.206285, 9.953206
Die Marienkapelle: 52.206249, 9.952986
Kreuzweg an der Marienkapelle: 52.206114, 9.951993
Bank: 52.212002, 9.940326
Waldgasthaus \'Zum Kuckuck\': 52.214174, 9.943560
Von | 2017-08-21T17:18:17+00:00 August 18th, 2017|Kategorien: Niedersachsen, Wanderbar|Tags: |0 Kommentare