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Hasede – Haseder Busch – Innerste – Hohnsen – Hildesheim:

Von Harsum geht es ins Naturschutzgebiet „Haseder Busch“ mit seinem herrlichen Auenwald, dann ins Naturschutzgebiet „Mastberg und Innersteaue“ mit seinem schönen Hainbuchen-Schneitelwäldchen. Wir folgen dem Lauf der Innerste durch das Landschaftsschutzgebiet „Innersteaue Nord“ bis zur Fünfbogenbrücke und betreten danach das Stadtgebiet der alten Bischofsstadt. Entlang des Seniorengrabens geht es durch das Landschaftsschutzgebiet „Wallanlagen“ zur Innerste-Insel mit der Bischofsmühle, dann über den Johannisfriedhof durch die Große Venedig bis zum Hohnsen. Hier verlassen wir den Fluss und wandern entlang der begrünten mittelalterlichen Wallanlagen und über die Sedanallee zum Ostbahnhof…

  • Mitte April 2018
  • Ende Fenruar 2018

Eigentlich immer wieder im Ganzen und Teilabschnitten … zu Fuß und auf dem Rad…

Hihi … es gibt schon ein paar Steigungen und Neigungen. Insgesamt ca. 100 Höhenmeter rauf und auch wieder runter…

NSG „Haseder Busch“, NSG „Mastberg und Innersteaue“ mit Schneitel-Hainbuchen, LSG „Innersteaue Nord“ zwischen Innerste und Kupferstrang, LSG „Wallanlagen“, Seniorengraben, Bischofsmühle, Johannisfriedhof, Ernst-Ehrlicher-Park, Kehrwiederwall mit Kehrwiederturm und Sehenswürdigkeiten von Alt- und Neustadt, Sedanallee…

Sehr gute Parkgelegenheiten auf dem P&R-Parkplatz am Ostbahnhof Hildesheim. Von dort mit dem Zug (Lammetalbahn/Erixx) eine Station zum Hauptbahnhof Hildesheim und mit dem Bus Linie 21 nach Hasede…

Mit der Bahn nach Hildesheim Hbf und von dort mit dem Bus Linie 21 nach Hasede. Rückreise dann vom Bahnhof Hi-Ost in (fast) alle Himmelsrichtungen…

Einige der Fotos in der Galerie sind nicht vom getrackten Weg aus geschossen, zeigen aber immer die Landschaft, durch die es wirklich geht … nur aus anderer Perspektive…

Hasede – NSG „Haseder Busch“ – NSG „Mastberg und Innersteaue“ – Innerste – LSG „Innersteaue Nord“ – Fünfbogenbrücke – Seniorengraben – Insel und Bischofsmühle – Johannisfriedhof – Große Venedig – Hohnsen – Ernst-Ehrlicher-Park – Kehrwiederwall – Kehrwiederturm – Sedanallee – Hildesheim

Lerchenspornblüte im NSG

Lerchenspornblüte im NSG „Haseder Busch“

Yipieh-ah-yeah … Spring is back! Die schönste Jahreszeit in den heimischen Wäldern zwingt einen fast dazu, blütenreiche Gegenden aufzusuchen. Die hier eingestellte Tour haben wir zu früh gemacht, waren dann allerdings vor kurzem mit dem Rad in den herrlichen, der Rodung nicht zum Opfer gefallenen Wäldern bei Borsum, Harsum, Ahrbergen und natürlich im Haseder Busch. Für alle, die aus der Gegend sind und es nicht kennen, sind das tolle Frühjahrsempfehlungen im Norden der alten Bischofsstadt. Die Wanderung von Hasede nach Hildesheim ist natürlich wieder keine klassische und viele werden sie bisher nur mit dem Fahrrad gemacht haben … aber. Im Laufe der letzten 20 Jahre mussten wir feststellen, das der Spruch des ollen Goethe „Nur wo du zu Fuß warst, warst du wirklich“, mehr als nur ein Spruch ist. Auch das von ihm stammende „Was ich nicht erlernt habe, habe ich mir erwandert“ macht in dem Zusammenhang Sinn. Wenngleich manch einer mit dem Kopf schütteln mag über einen solchen Wandervorschlag, ist es zumindest so, das man etliche der Wege dieser Tour nicht oder nur sehr beschwerlich mit dem Fahrrad zurücklegen kann. Langweilig wird es auf jeden Fall nicht, wenn man sich entschleunigt fortbewegt und die Augen offen hält. Und das liegt nicht nur daran, das wir heute zwei Naturschutzgebiete und zwei Landschaftsschutzgebiete durchstreifen. Steigen wir also ein in die nördliche Innerste-Anschluss-Wanderung zu der bereits eingestellten Tour zwischen Hildesheim und Derneburg

Fahrad ist ´ne dolle Sache und im Sommer geht es für uns auch immer mal wieder in die freundliche Umgebung Hildesheims, das so perfekt an der „Nahtstelle“ zwischen dem Süd(nieder)sächsischen Bergland und der Norddeutschen Tiefebene liegt. Aber wenn man Fahrrad fährt, fährt man halt Fahrrad. Am Anfang steigt man vielleicht nochmal öfter ab und schaut sich etwas an und schießt das ein oder andere Foto. Aber irgendwann will man ja eigentlich cruisen … und die Geschwindigkeit ist einfach immer noch zu hoch, um die Kleinigkeiten am Wegesrande bemerken und würdigen zu können … und man kann (zumindest fahrend) nicht alle Wege nehmen, die man zu Fuß gehen kann. Das fängt schon kurz nach dem Start in Hasede an. An der viel befahrenen B6 geht es zur Straße „Lendertberg“, diese hinab und am Sportplatz vorbei direkt ins Naturschutzgebiet „Haseder Busch“. Die Innerste ist von ihrem Austritt aus dem Harz bei Langelsheim bis zur Brücke bei Heinde, komplett unter Schutz gestellt. Aber auch auf den Flusskilometern danach bis zur Einmündung in die Leine bei Ruthe, gibt es noch mehrere Schutzgebiete um und an der Innerste. Es sind die NSG´s „Am Roten Steine“, „Mastberg mit Innersteaue“, „Haseder Busch“ und „Ahrberger Holz / Groß Förster Holz“. Während die Innerste im komplett geschützten Mittelteil durch die Hinterlassenschaften des jahrhundertelangen Bergbaus im Harz immer noch mehr oder weniger schwermetallbelastet ist, lässt diese Belastung im Unterlauf nach und es haben sich typische Flusslandschaften erhalten, die gerade in unseren Breiten selten geworden sind.

Bei dem nur 50ha kleinen, aber feinen NSG „Haseder Busch“, handelt es sich um einen der wenigen verbliebenen Hartholzauenwälder in weiter Umgebung mit einem hohen Anteil an Altholz. Die Innerste selbst präsentiert sich an dieser Stelle mit einigen ihrer wenigen verbliebenen Altarme. Über 40 Holzgewächsarten werden von Eschen, Erlen, Eichen und Buchen dominiert. Im Sommer erinnert das manchmal sehr an einen Urwald, im Frühling erlebt man mit der Lerchenspornblüte eine Pracht ohnegleichen, die unterstützt wird von anderen Frühblühern wie dem Buschwindröschen oder dem Gelben Windröschen. Spechte und Fledermäuse leben in dem von Menschenhand weitestgehend unberührten Wald und etliche Amphibien tummeln sich in den zahlreichen Tümpeln und feuchten Stellen. Zwischen der Innerste und dem nahen Hafen Hildesheim findet sich noch ein Streifen Offenlandschaft mit angelegten Weihern, in dem viele Tierarten ihre Ruhe vor den Zweibeinern haben. Auch ein oder zwei Biber sollen schon gesichtet worden sein. Das ist schon ein Spektakel, wenn man zur rechten Zeit kommt. Aber auch das restliche Jahr hat der Haseder Busch viel zu bieten und vermittelt einen Eindruck davon, wie es früher an vielen Stellen unserer Flüsse ausgesehen haben mag. Verständlich das es sich die Menschen früherer Jahrhunderte „leicht“ bzw. eher schwer gemacht haben und versucht haben, möglichst viel Raum zu gewinnen. Heute können wir uns das Miteinander mit der Natur und den nötigen Respekt vor ihr leisten und schützen, was noch zu erhalten ist.

Rote Pestwurz im NSG

Rote Pestwurz im NSG „Haseder Busch“

Auf wanderbarem Pfad geht es immer am Puls des Geschehens, durch das NSG „Haseder Busch“. Mehrere Wege stehen zur Verfügung, nur dem breiten mitten hindurch sollte man eher nicht folgen. Aus dem Wald heraus folgen wir dem Innersteufer bis zur mittlerweile in die Jahre gekommenen Holzbrücke über den Fluss. Das Gebiet jenseits der Brücke darf nicht betreten werden. Auf der Ecke steht einer schöner Infopavillon, dem leider wie so oft eine schöne Bank fehlt. Der Einstieg in den bewaldeten Berges des nun folgenden Naturschutzgebietes „Mastberg und Innersteaue“ ist nicht leicht zu finden. Selbst ich als „Ortskundiger“ habe diesen Mini-Pfad lange übersehen. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, den Weg zur „Höhe“ des nur 25m über der Innerste gelegenen Mastberges zu nehmen, der im Frühling weiß erstrahlt von zahlreichen Buschwindröschen, die den Hang überzuckern. Denn der gehört zu den wenigen Eichen-Hainbuchen-Mischwäldern unserer Gegend und ist immer noch geprägt von der früher hier bevorzugten Mittelwaldwirtschaft, bei der der Wald durchaus extensiv, nachhaltig und ganzheitlich genutzt wurde.

Dazu wurden einzelne Bäume geschneitelt, also alle paar Jahre für Brennholz „abgeerntet“, andere stehen gelassen um später an begehrtes Bauholz zu gelangen. Unter den Eichen des Mischwaldes konnten dann auch die Schweine sich ihren Schinken anfressen, der mit Eichelmast „produziert“, ja angeblich am besten schmeckt. Durch den schönen Wald geht es, im oberen Abschnitt ist der Weg manchmal kaum noch nachvollziehbar, zu den Schneitel-Hainbuchen am Waldrand. Zählt man die mittlerweile im Wald „versteckten“ Exemplare mit, handelt es sich auf jeden Fall um die größte Anzahl dieser alten „Wirtschaftsbäume“, die wir bisher erleben durften. Durch den Umstand, das die Niedersächsischen Landesforsten einzelne Abschnitte immer wieder schneiteln, ergeben sich auch immer wieder neue Ansichten. Die Hainbuche, die keine Buche ist, hat sich in den letzten Jahren sowieso immer mehr in mein Wanderherz geschlichen und ich freue mich immer, wenn wir reinen oder gemischten Beständen dieses schönen Baumes begegnen. Geschneitelt wurden die Bäume unter anderem, um Winter-Laubfutter und Reisigstreu für das Vieh zu gewinnen und Brennholz für den Menschen. Heute bietet dieser Wald mit seinen knorrigen, krüppelig wirkenden Hainbuchen und großkronigen Eichen vielen Tieren einen angenehmen Lebensraum, wie den Eulen und Fledermäusen, aber auch nachgewiesenermaßen über 200 Käferarten. Am Ende der Hainbuchen-Reihe wenden wir uns nach links auf einen etwas besser erkennbaren Pfad und steigen den Hang hinab zur Innerste, wo wir nach Verlassen des NSG nahtlos das LSG „Innersteaue Nord“ betreten.

Parallel zum Fluß kommen wir zur Mastbergstraße und überqueren diese. Ein Abstecher zur ehemaligen Wasserburg Steuerwald, die vom Hildesheimer Bischof Anfang des 14. Jahrhunderts als Schutz- und Trutzburg gegen die immer aufmüpfiger werdenden Hildesheimer errichtet wurde, ist auf jeden Fall lohnenswert. Der Weg ist ja heute eh nicht allzu lang … aber vollgepfropft mit Erlebnissen. Ansonsten oder nach dem Abstecher geht es über eine kleine Holzbrücke in die Innersteaue zwischen dem Stadtteil Himmelsthür (Postadresse des Weihnachtsmanns!) und dem Gewerbe- und Industriegebiet um die Lademühle und Münchewiese. Den Wert dieser eigentlich nur kleinen und von oben gesehen eingequetschten Landschaft, wissen viele Hildesheimer zu schätzen. Am Kupferstrang entlang verläuft der ausgebaute Radweg, an der Innerste ein Weg und später Wiesenpfad. Diesen nehmen wir zu Fuß auch gerne, nachdem wir eventuell unter der gut besuchten Bank am Walnussbaum eine erste „offizielle“ Pause machen können. Danach geht es zur Innerste und mit schönen Einblicken in die als Grünland genutzte Landschaft, die aber durch sehr viele Gehölze reich strukturiert ist, immer parallel am Fluss entlang. Der Bergfried der ehemaligen Wasserburg Steuerwald ist immer wieder auszumachen und die Türme von St. Mauritius und der Christuskirche markieren den sehens- und erlebenswerten Ortsteil Moritzberg. Durch die Nähe gerade des nahen Gewerbegebietes ist dies keine uneingeschränkte Idylle, aber durchaus eine innergroßstädtische Augenweide. Wir verlassen das Gebiet an der Fünfbogenbrücke und gelangen, es ist eine unvermeidliche und kurze Durststrecke, parallel zur B1, aber immer auch am Innersteufer in die „Kernstadt“.

Der Seniorengraben mit Reiher

Der Seniorengraben mit Reiher

Wir kämpfen uns durch das Umfeld der B1, wobei wir am Sitz der Hildesheimer Schützengesellschaft vorbeikommen, die sich 1367 nach der Schlacht von Dinklar gründete. Dann geht es rechts weg von der ehemals bedeutenden Fernhandelsstraße zu den Wallanlagen Hildesheims, die zumindest für mich zu den schönsten unserer Heimat zählen und in weiten Teilen als LSG „Wallanlagen“ ausgewiesen sind. An einigen sehenswerten Bäumen vorbei, unter anderem einer alten Robinie, geht es hinab zum Seniorengraben, an dem früher ehemalige Ratsmitglieder angeln durften. Alte Befestigungsanlagen findet man hier nur noch wenige, aber dafür sind die Wälle und Gräben, die einst die Stadt Hildesheim gegen Gefahr von außerhalb schützten, weitestgehend hervorragend begrünt. Hier befinden wir uns inmitten der Grünen Lunge der Stadt, die ihr aber auch eine unvergleichliche Identität verschafft. Nichts gegen die historisch bedeutenden Bauwerke der Stadt, aber für mich sind es die Wälle, die mich bislang untrennbar an diese Stadt binden. Gewaltig ragt links der Hohe Wall empor, auf dessen „Plateau“ sich, für uns leider heute unsichtbar, das Weltkulturerbe der Michaeliskirche befindet und der angrenzende historische Magdalenengarten. Der Weg nach links ist der kühle Liebesgrund, der nach wenigen hundert Metern an der Arneken-Galerie, das nördliche Ende der erhaltenen Wallanlagen markiert.

Da dies heute eine Innerstewanderung sein soll, habe ich den Weg zwischen den Fluss und den Wassergraben gelegt. Selbstverständlich kann man auch den vielleicht schöneren Weg unterhalb des Walls nehmen, an dem auch einige Bänke zur Rast einladen. An den Gräben kann man mit etwas Glück die ein oder andere tierische Begegnung erleben. Mit eigenen Augen haben wir schon wohl eher ausgesetzte Schildkröten (Europäische Sumpfschildkröte?) gesehen, dazu Bisamratten, Wanderratten, Reiherenten, Graureiher, Graugänse und Eisvögel. Natürlich gibt es auch Teich- und Blässhühner, Schwäne und jede Menge sehr zutraulicher Enten aller Art. Solcherlei macht es selbst für uns, die wir uns hier blind auskennen oder auszukennen glauben, immer wieder spannend. Am Ende des Seniorengrabens erreichen wir über die schöne Innerstebrücke das Areal der ehemaligen Bischofsmühle, die sich hier einst mit einem gewaltigen Gebäudekomplex, inklusive der völlig windschiefen Walkemühle, komplett über die Innerste spannte. Davon ist heute so gut wie nichts erhalten und trotzdem ist dies einer der Orte, den viele Hildesheimer jeden Tag besuchen. Das ehemalige Kloster St. Magdalenen, das Cafe „Insel“ auf einer Innersteinsel, der „Glaspalast“ auf den letzten Resten der alten Bischofsmühle, in der der überregional bekannte Kulturverein „Bischofsmühle Cyclus 66“ residiert, ein Rest der alten Stadtmauer, jede Menge innerstädtischer Liegefläche und die Kanusport-Wildwasseranlage … das hat schon jede Menge Flair.

Wir folgen der Innerste weiter zum alten Johannisfriedhof und zum Wasserkraftwerk der EVI. Auf welcher Seite es jetzt weitergeht, kann jeder selbst entscheiden, etwas „ereignisreicher“ ist es am von uns aus gesehen linken Ufer, etwas naturnäher am rechten. Über die Johannisbrücke, die einst Teil der Stadtbefestigung war, geht es rechts entlang. Linkerhand sieht man das Denkmal für Rainald von Dassel und dahinter den Kalenberger Graben, den ich nicht als Weg genommen habe, da dies ja eine Innerstewanderung sein soll. Aber jeder geht natürlich immer seiner eigenen Nase nach. Wir gehen also in die Straße „Große Venedig“, die in früheren Zeiten ihrem Namen alle Ehre machte. Links liegt die überregional bekannte Orchideengärtnerei Hennies, die seit 1891 besteht und vielleicht die älteste ihrer Art ist. Durch einen Mini-Mini-Park, der hoffentlich bald von den Schäden des Hochwassers 2017 befreit ist, geht es weiter in Richtung Hohnsen. Den erreichen wir nicht ganz, aber wer möchte, kann einen Seerundgang mitnehmen. An der Brücke ist auf der anderen Seite das Freibad Jo(hannis)-Wiese, das in den letzten Jahren umfangreich an die Zeichen der Zeit angepasst wurde und sich mit Fug und Recht als das schönste Frei- und Strandbad Niedersachsens bezeichnen darf. Wir bleiben heute trocken und folgen dem Straßenzug, vorbei an einigen mondänen Wohnbauten, zur Freiflut an der Innerste. Hier sind unter der sehenswerten Ahornblättrigen Platane einige schattige Bänke, die eine kurze Rast ermöglichen, bevor wir die Innerste verlassen und uns auf den Weg zum Bahnhof machen.

Im Ernst-Ehrlicher-Park

Im Ernst-Ehrlicher-Park

Das hört sich schlimmer an als es ist, denn der Weg dorthin ist ein Knüller in Sachen innerstädtische Natur und Kultur. Am „Speckgürtel“ der mittelalterlichen Wallanlagen kleben einige der sehenswertesten Reste der Altstadt von „Sachsens Perle“. Eine Brücke über den hier von der Innerste abzweigenden Mühlengraben … es bleibt also sozusagen noch weiter alles in der Familie … betreten wir den kleinen aber feinen Ernst-Ehrlicher-Park. Der wurde im Mittelalter von den Mönchen des St. Godehard-Klosters als Klostergarten mit Fischteichen angelegt. Später wurde das Kloster in die Stadtummauerung aufgenommen und Teile des Parks ebenso. Im 19. Jahrhundert erwarb die Familie Dyes den Garten und wandelte ihn in einen Landschaftsgarten im englischen Stil um. Heute ist der städtische Park eine schöne Erweiterung des „Naherholungsgebietes“ Wallanlagen. Hier gibt es alte Bäume, lauschige Plätzchen und einige Teiche mit ihren ganztägigen Bewohnern. Im Frühling hat man auch einen guten Blick auf die alte Villa Dyes in der Straße „Weinberg“ und das daneben gelegene „Schweizerhaus“. Durch das grüne Fleckchen kommen wir zum Kehrwiederwall am „Godehardsviertel“.

Am Übergang von Park und Wall steht ein kleines Fachwerkhaus, das sogenannte Schwanenhäuschen, in dem früher jemand lebte, der sich um die teils auf dem Graben brütenden Schwäne kümmerte. Auf der Ecke dann das vielleicht „schönste“ Gefängnis Deutschlands in den Gemäuern des alten Godehardiklosters. Wenn wir jetzt auf den herrlichen, baum- und strauchbestandenen Wall erklimmen, können wir das Ausmaß des Klosters sehr gut erkennen, in dem auch noch die Norddeutsche Hochschule für Rechtspflege ihren Sitz hat. Gewaltig sieht allerdings von hier aus die ehemalige Klosterkirche St. Godehard aus, die 1963 vom Papst zur Basilica minor erhoben wurde. Die Gegend, die jetzt folgt, zwischen St. Godehard und dem Kehrwiederturm, ist wohl nicht nur meine Wohlfühlecke Hildesheims, die ich immer gerne besuche, wenn ich die Verbindung zur „Seele“ der Stadt zu verlieren glaube. Lappenberg und Gelber Stern, Kehrwiederturm und Keßlerstraße, das sind heute im Gegensatz zu früher klingende Namen. Da ich hier ja schon meine Stadtwanderung entlang gelegt habe, schreibe ich hier nichts mehr dazu. Wir folgen dem Wall mit tollen Ausblicken in die städtische Umgebung und gehen an den schönen Gebäuden der ehemaligen Dompropstei und der Großvogtei zum Goschentor, von dem leider nur noch der Name existiert. An dem modernen HAWK-Gebäude vorbei geht es noch ein Stück durch die schöne Sedanallee, dann durch die Boysenstraße zum Ostbahnhof und von hier nach Hause.

Ich glaube nicht das allzu viele Leute diesen Weg so gehen werden. Aber vielleicht nimmt der ein oder andere den Anreiz, um sich seinen eigenen Weg „ins Innerste“ zu suchen. Das ist einfach sehr speziell und für uns besonders schön, weil es halt unsere Heimat ist, die wir zwar wie die eigene Westentasche zu kennen glauben, die uns aber immer wieder auch in Erstaunen versetzen kann. Zwischen Hasede und Derneburg und noch ein Stück weiter, kann man zumindest problemlos direkt am Fluss wandern, auch weil glücklicherweise kein durchgehender Radweg direkt am Ufer entstanden ist, wie einmal geplant. Abschnitte wie der am Haseder Busch, am Roten Stein und der gesamte Abschnitt zwischen Walshausen und Listringen,  machen einfach richtig Böcke. Die Innerste ist vielleicht kein spektakulärer Fluss und man sucht hier vergeblich nach ausgeschilderten Premiumwegen … aber vielleicht gerade deshalb ist man hier ungestört in einer durchaus faszinierenden Natur- und Kulturlandschaft unterwegs…

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Hasede - Haseder Busch - Innerste - Hohnsen - Hildesheim 11km

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Start/Ziel Bushaltestelle \'Hasede Mitte\': 52.195376, 9.921022
Gaststätte \'Zum Dorfkrug\': 52.194265, 9.921631
\'Große Mühle\' Hasede : 52.191331, 9.921191
NSG \'Haseder Busch\': 52.187405, 9.920590
NSG \'Lange Dreisch und Osterberg\': 52.176011, 9.905634
NSG \'Giesener Teiche\': 52.181531, 9.900849
NSG \'Mastberg und Innersteaue\': 52.177050, 9.919195
Die Innerste: 52.188510, 9.923272
Infotafel zum \'Kleeblatt\' (Vier Naturschutzgebiete): 52.180642, 9.918616
Start/Ziel am Ostbahnhof Hildesheim: 52.146052, 9.962862
Die Schneitel-Hainbuchen am Mastberg: 52.175879, 9.917908
Cafe/Restaurant \'Die Insel\': 52.150114, 9.940835
Restaurant \'Tennisstübchen\': 52.143158, 9.943990
Cafe \'Viva\': 52.144241, 9.947664
Cafe \'Kafenion\': 52.146499, 9.952363
Cafe \'Black Apron\': 52.146359, 9.958042
Kiosk/Kaffee/Konsum \'Emmas\': 52.146207, 9.958105
Park & Ride am Ostbahnhof: 52.146407, 9.963382
Ehem. Wasserburg Steuerwald: 52.169056, 9.927124
Bank: 52.166868, 9.923331
Bank: 52.158064, 9.926658
LSG \'Innersteaue Nord\': 52.163798, 9.923851
Die Fünfbogenbrücke: 52.156479, 9.927456
Mehrere Bänke: 52.153909, 9.939623
Der Seniorengraben: 52.153366, 9.939526
Historischer Magdalenengarten: 52.152576, 9.941189
Weltkulturerbe St. Michael: 52.152819, 9.943292
Die \'Bischofsmühle\': 52.150021, 9.940326
Rest der Stadtmauer: 52.149518, 9.940991
Der Kalenberger Graben: 52.147737, 9.942970
Ehem. Johannisfriedhof: 52.148014, 9.939837
EVI Wasserkraftwerk: 52.147273, 9.939827
St. Magdalenen: 52.150732, 9.941393
Der \'Venedig-Park\': 52.145416, 9.942348
Mehrere Bänke: 52.145110, 9.942584
Freibad Jo(hannis)-Wiese: 52.141206, 9.946071
Der Hohnsensee: 52.138203, 9.950995
Die Freiflut an der Innerste: 52.141156, 9.950894
Ahornblättrige Platane: 52.141408, 9.950588
Mehrere Bänke: 52.141410, 9.950193
Der Ernst-Ehrlicher-Park: 52.142437, 9.950277
Villa Dyes und Schweizerhaus: 52.143010, 9.951500
Mehrere Bänke: 52.142714, 9.950679
Basilika minor St. Godehard: 52.145301, 9.949971
Das Gärtnerhäuschen: 52.143767, 9.950116
Mahnmal am Lappenberg: 52.145996, 9.951634
Der Kehrwiederturm: 52.146203, 9.952294
Dompropstei und Großvogtei: 52.145861, 9.956124
Der HAWK-Campus: 52.144485, 9.954675
HAWK-Gebäude: 52.144267, 9.960018
Sedanallee mit Ahornblättrigen Platanen: 52.145834, 9.959836
Bank: 52.144788, 9.959879
Das \'Schwanenhäuschen\': 52.144383, 9.947822

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2018-05-01T22:08:34+00:00