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Vienenburg – Harly – Kloster Wöltingerode – Vienenburg:

Von Vienenburg geht es ins NSG „Oker- und Eckertal in den Landkreisen Goslar und Wolfenbüttel“. An den Bergbaugebieten der Grube Hercynia vorbei und später kurz parallel zur A395, erklimmen wir die Harlyhöhen mit dem Harly-Turm. Von hier aus führt uns ein uriger Kammpfad zum nördlichen Ende des Höhenzuges. Wir steigen hinab ins Tal des Weddebaches und gehen am Waldrand zum Kloster Wöltingerode. Von dort aus wandern wir an der Oker zurück zu unserem Ausgangspunkt Vienenburg…

  • Ende Dezember 2017
  • Ende April 2012

Knapp über 200 Höhenmeter Auf- und Abstiege, hauptsächlich auf den und wieder hinab vom Harly…

Bahnhof Vienenburg, Vienenburger See, NSG „Oker- und Eckertal in den Landkreisen Goslar und Wolfenbüttel“, Harly mit Harly-Turm, Kloster Wöltingerode… 

Sehr gute kostenlose Parkgelegenheiten am Ostende des Vienenburger Sees und am Nordwestende des Kloster Wöltingerode…

Mit der Bahn nach Vienenburg und von dort auch wieder zurück…

Der Harly-Aussichtsturm ist nur Sonntags bei gehisster Flagge von 10-17 Uhr geöffnet. Die genauen Termine gibt es auf der Seite der IGV

Vienenburg – Vienenburger See – NSG „Oker- und Eckertal in den Landkreisen Goslar und Wolfenbüttel“ – Schacht 1 – Harly-Höhenweg – Harly-Turm – Harly-Kammweg – Weddetal – Schacht 3 – Kloster Wöltingerode – Hercyniaweg – Schacht 2 – Okertal – Vienenburg

Bärlauchmeer am Harly

Bärlauchmeer am Harly

Bereits Ende Dezember, bei freundlicherem Wetter als aktuell (Mitte März 2018) waren wir zum wiederholten Male im kleinen, aber sehr feinen Harly unterwegs. Mit dem ÖPNV ist das nicht ganz so komfortabel wie mit dem Auto, aber trotzdem ist diese Runde ganz repräsentativ für den Harly-Höhenzug, der viel zu bieten hat. Da ich am Anfang den Fotoapparat falsch eingestellt hatte und auch von den alten Fotos erstaunlich viele qualitativ schlecht sind, gibt es für diesen Beitrag (vorerst) nicht allzu viel Brauchbares. Aber die schönsten Bilder sind eh die, die man selbst in seinem Kopf, seinem Herzen gespeichert hat. Also jetzt bzw. wenn der letzte Schnee endlich getaut ist, auf in das herrliche Nordharzer Vorland…

Los geht es für die ÖPNV´ler am Bahnhof in Vienenburg, für Automobile vorzugsweise auf den erwähnten Parkplätzen am Vienenburger See oder am Kloster Wöltingerode. Das auf den ersten Blick gar nicht so unbedingt überragend aussehende Bahnhofsgebäude von Vienenburg ist (wohl) das älteste original erhaltene Gebäude dieser Art in Deutschland. In seinem Inneren findet man ein Cafe/Wirtshaus, die Tourist-Info und ein Eisenbahnmuseum, das sich auch auf die Außenanlagen erstreckt. Von dort aus starten wir und nach Verlassen des Geländes gelangen wir über eine Fußgängerbrücke praktisch nahtlos in die Natur. Der Vienenburger See, entstanden aus dem Kiesabbau, war nicht immer so ansehnlich. In den 1970ern diente die „Kieswüste“ teilweise schon als Müllkippe, bis ab Mitte des Jahrzehnts das heutige Naherholungsgebiet entstand. Heute ist das Gewässer eingebettet vom neu benannten Naturschutzgebiet „Oker- und Eckertal in den Landkreisen Goslar und Wolfenbüttel“. In dieses gelangen wir schon nach einigen Metern und am Parkplatz erreichen wir auch schon die ersten Zeugen des Bergbaus, der hier im Harly betrieben wurde. Denn an der Okerbrücke, am Parkplatz, ist das erhöhte und unterbrochene Gleisbett der Werksbahn des Kalibergwerks Hercynia zu erkennen.

Dieses wurde 1884 eröffnet und musste 1930 wegen eines katastrophalen Laugeneinbruchs geschlossen werden. Die drei Schächte werden wir auf der Tour streifen und einigen mehr oder weniger gut erkennbaren Relikten des Bergbaus begegnen. Am Schacht I und II stehen noch einige historische Gebäude, die wir auf dieser Runde allerdings nicht besuchen werden. Für weitere Informationen siehe z.B. Wikipedia. Wir biegen rechts ab ins Okertal, das sich gleich aufs Allerfeinste präsentiert. Ebenso wie das „Harzflüsschen“ Innerste ist auch die Oker immer noch mehr oder weniger stark durch die Abwässer des Bergbaus im Harz belastet, präsentiert aber auch deswegen in vielen Bereichen eine „besondere“ Vegetation. Rechts von uns die munter dahinfließende Oker, links die steilen Hänge, auf denen einst die recht mächtige Harliburg stand, von der es leider nur noch schwer erreichbare und kümmerliche Fundamente gibt. Anfang des 13. Jahrhunderts errichtet, wurde sie nach nur 88 Jahren Existenz, bereits gegen Ende des gleichen Jahrhunderts geschliffen und ihre Steine unter anderem für die Wasserburg Wiedelah und die Burg Vienenburg verwendet.

Der Harly-Turm

Der Harly-Turm

Zwei Wege gibt es hier. Einen direkt an der Oker, einen anderen schmaler durch das Wäldchen am Harlyhang. Egal auf welchem, gelangen wir wanderbar, im Frühling durch Bärlauchfelder, fast bis zur A395. Ein schmaler Pfad führt uns wenige Meter Luftlinie von der Autobahn den Harly hinauf. Die Straße und ihre Geräuschkulisse verschwinden bald und wir wandern auf dem Weg in die Höhe. Bis zum Harly-Turm ist es sehr schön, danach wird es dann schon ein wenig traumhaft … zumindest für unsere „Ansprüche“. Der Harly-Turm selbst ist ein recht außergewöhnlicher Aussichtsturm, den wir selbst noch nicht erklommen haben, aber von dem aus man eine großartige Aussicht in alle Richtungen haben soll. Die Öffnungszeiten des nur an bestimmten Sonntagen geöffneten Turms entnimmt am besten den entsprechenden Seiten der IGV (Interessengemeinschaft Handel, Handwerk und Gewerbe Vienenburg e.V.).

Bevor ich es vergesse: Der Harly war nicht nur für seinen Bergbau bekannt, sondern ist es für seine wunderbare Natur. Um mehr nicht nur über diese Natur, sondern viele Aspekte des Höhenzuges zu erfahren, empfiehlt sich die Broschüre „Der Harly – Von Wöltingerode zum Muschelkalkkamm“, die man z.B. hier beim BUND Westharz abrufen kann. Um nur einige Besonderheiten der Flora und Fauna zu nennen, findet man hier z.B. Elsbeere, Purpur-Knabenkraut, Schwertblättriges Waldvöglein, Bärlauch, Blaurote Steinsame, die gesamte Bandbreite der Frühblüher, Eisvogel, Schwarzstorch, Wildkatze und Pirol … als Bewohner oder Gast. Wir sind bis jetzt dummerweise nur im Frühfrühling und im Herbst unterwegs gewesen, was sich in den nächsten Jahren aber hoffentlich ändert. Hinter dem Turm geht es dann schließlich auf den wie bereits angedeutet „wegetechnisch“ schönsten Abschnitt des Tages. Diese Kilometer sollte man einfach nur grinsend und schweigend genießen, bevor der unvermeidliche Abstieg zum Harlyrand ansteht.

Der präsentiert sich aber auch recht freundlich, mit Ausblicken in eine „gefällige“ Landschaft. Am Weddebach entlang geht es in Richtung Kloster Wöltingerode, wobei wir, ohne Spuren zu entdecken, den ehemaligen Schacht III des Kaliwerks Hercynia passieren. Wir erreichen den sehenswerten Gebäudekomplex der ehemaligen Försterei am Harly und schließlich die Gebäude des Klosters. Hier gibt es zu allen Jahreszeiten viel zu erleben und zu bestaunen. Das Klosterhotel, den Klosterkrug, die Brennerei mit ihren Verkaufsstellen, die Gärten und die Krypta, das Lachs-Infozentrum und mehr. Auch diverse Veranstaltungen finden hier statt und es gibt etliche verschiedene Führungen durch das Kloster Wöltingerode. Ein Erlebnis ist der mittlerweile bekannte Weihnachtsmarkt, auf dem dann auch die Liköre und Brände aus eigener Herstellung verkauft werden. Aus eigener Erfahrung können wir den Zimt, den Haselnuss- und Kirschlikör uneingeschränkt empfehlen. Uns ist das alles in den letzten Jahren ein wenig too much geworden mit dem Tourismus, nicht nur hier in Wölti. Aber der ganze Harzraum scheint in den letzten Jahr(zehnt)en einen Strukturwandel durchzumachen, der ja letztendlich irgendwie auch den Hikern zugute kommt, indem mehr finanzielle Mittel zum Erhalt der „Wanderkultur“ bereitstehen.

Wildromantisches Okertal

Wildromantisches Okertal

Weiter geht es zurück ins Okertal, auf den letzten Abschnitt des Tages. Von hier zum Bahnhof Vienenburg oder z.B. zum Parkplatz am Vienenburger See zurück, gibt es diverse Möglichkeiten. Grob einteilen lassen sich diese in „Nördlich von Oker und See“, „Zwischen Oker und See“ und „Südlich von Oker und See“. Wir entschieden uns dieses Mal für erstere Variante, weil man hier am weitesten weg vom „Trubel“ des Vienenburger Sees ist und es doch noch einiges Erstaunliches zu sehen gibt. Den fast schon wildromantischen Teil der Oker kann man dann zwar nur von oben sehen, dafür gelangt man aber noch einmal in den Bereich des ehemaligen Kaliwerks Hercynia und der teils famos umfunktionierten Anlagen des hier stattgefundenen Bergbaus.

Zuerst gehen wir auf dem Hercyniaweg in den Wald und verlassen ihn dann nach rechts. Linkerhand von uns befindet sich die von hier nicht einsehbare Siedlung am Schacht II. Der schmale Pfad entpuppt sich bald unübersehbar als die ehemalige Bahntrasse der Werkbahn, welche die drei Schächte mit dem Hauptbahnnetz verband. Hier ist ein schönes Wegenetz entstanden, auf dem wir erst am Hang entlanggehen, um dann später zum Okerufer abzusteigen. Hier muss jeder seinen eigenen reizvollen Weg finden, entweder durch den Wald, die Wiesen oder zwischen den Gewässern. Letztendlich gelangen wir wieder zur Okerbrücke, von der aus wir den Weg zum Bahnhof nehmen, den wir bereits am Anfang gegangen sind.

In der Kürze liegt die Würze, hat mein Relilehrer früher immer gesagt und zu lange Aufsätze mit mittelmäßigen Noten abgestraft. Das versuche ich mir jetzt auch wieder ein wenig mehr zu Herzen zu nehmen. Da ich jetzt viele Wanderungen aufbereiten werde, die eh teilweise schon Jahre zurückliegen, sind auch die Erinnerungen „glücklicherweise“ nicht mehr so stark. Die Vorländer des Harzes, im Norden wie im Süden (Karstwanderweg), sind auf jeden Fall eine Reise wert und stehen den faszinierenden Landschaften des Gebirges in nichts nach. Wo der Harz mit seiner wilder werdenden Natur und seinem Bergbaucharme punkten kann, gibt es hier Burgen, Klöster, Städte und mehr an Kultur, aber auch hervorragende Naturerlebnisse wie den Harly. Gerade jetzt im angehenden Frühling immer ein Genuss…

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Vienenburg - Harly - Kloster Wöltingerode - Vienenburg 15km

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Start / Ziel am Bahnhof Vienenburg: 51.955130, 10.562614
Cafe / Wirtshaus Vienenburg: 51.955149, 10.562893
Der Vienenburger See: 51.958310, 10.560265
Cafe \'Rosarium am See\': 51.956353, 10.562035
Parkplatz am Vienenburger See: 51.957173, 10.567228
Mehrere Bänke: 51.956697, 10.565296
Kaliwerk Hercynia - Schacht I: 51.959401, 10.567067
Kaliwerk Hercynia - Schacht III: 51.969601, 10.514538
Kaliwerk Hercynia - Schacht II: 51.962151, 10.547529
Ruine der Harliburg: 51.960895, 10.569609
Bank: 51.958316, 10.571664
NSG \'Oker- und Eckertal in den Landkreisen Goslar und Wolfenbüttel\': 51.959811, 10.559138
NSG \'Oker- und Eckertal in den Landkreisen Goslar und Wolfenbüttel\': 51.959368, 10.575832
Der Harly-Turm: 51.967142, 10.542798
Aussicht vom Harly-Turm: 51.967102, 10.542905
Rastplatz und Bänke: 51.967208, 10.543109
Der Harly-Kammweg: 51.973699, 10.521297
Der Harly-Höhenweg: 51.965503, 10.556788
Die Waldmännecken-Höhle: 51.977770, 10.501320
Bank: 51.966402, 10.520600
Rastplatz: 51.963490, 10.535975
Der Weddebach: 51.971908, 10.505891
Ehemalige Försterei / Ziegelei: 51.962191, 10.537434
Parkplatz am Kloster Wöltingerode: 51.961206, 10.535545
Ehemalige Werksbahn Kaliwerk Hercynia - Schacht III: 51.964101, 10.524430
Kloster Wöltingerode: 51.959202, 10.538828
Mehrere Bänke: 51.960379, 10.556638
Klosterkrug Wöltingerode: 51.957768, 10.539815
Ehemalige Werksbahn Kaliwerk Hercynia - Schacht II: 51.961159, 10.552990

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2018-05-01T22:09:30+00:00