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Wesseln – Tosmar – Diekholzen – Röderhof – Wesseln:

Von Wesseln aus durchstreifen wir den Tosmar, der heutzutage vielleicht schönste Teil des Hildesheimer Waldes. Über das NSG Steinberg und den Segelflugplatz arbeiten wir uns zum Kamm und auf diesem geht es nach Diekholzen. Immer in der Nähe des östlichen Waldrandes, geht es über die Erdfälle, Röderhof, den Sonnenberg und noch einmal über den Steinberg, zurück nach Wesseln…

So ähnlich wie im Beitrag, aber in zwei Etappen, im März/April 2016. In Teilabschnitten hiken oder biken wir hier immer mal wieder…

Über 450 Höhenmeter Aufstiege und der Logik einer Rundwanderung folgend ebenso viele Abstiege. Knackig hinauf zum und hinunter vom Tosmar…

NSG „Steinberg bei Wesseln“, Segelflugplatz Wesseln, Hexenhaus am Waldfrieden, Tosmar-Kamm mit Gipfelkreuz, Söhrer Erdfälle, Söhrer Forsthaus, Röderhof mit Kapelle, Heimstatt Röderhof, Landschaft am Sonnenberg und Oheberg…

Mehrere gute Einkehrmöglichkeiten…

Parkplätze in der Nähe des Weges wie Sand am Meer. Ich weiß nicht, ob die Parkplätze an den Restaurants nur für Gäste sind oder ob das jemanden interessiert. Aber abseits gibt es auch noch mehrere. Siehe Karte…

Ein Weg (Bus): Zum Beispiel von Hildesheim mit der Linie 5 / 43 nach Diekholzen zur Haltestelle „Diekholzen/Schule“ und zurück

Ein Weg (Bahn): Zum Beispiel von Hildesheim mit der Lammetalbahn (RB77) vom Hauptbahnhof oder vom Ostbahnhof bis zum Bahnhof Wesseln

Zwei Wege: Unbegrenzte Möglichkeiten … Als Strecken von Diekholzen nach Wesseln und/oder von Wesseln nach Diekholzen. Als Runden jeweils einmal von Diekholzen und einmal von Wesseln.

Die Tour kann hervorragend in zwei aufgeteilt werden. Als Strecke läuft man beide entweder von Diekholzen nach Wesseln oder umgekehrt oder eine von Diekholzen und eine von Wesseln. Als Runde geht man eine von Diekholzen und eine von Wesseln. Dabei ist der auf der Karte mit „A“ wie Alternativ gekennzeichnete Weg zwischen dem Söhrer Forsthaus und der Tosmar-Hütte der beste…

Wesseln – NSG „Steinberg bei Wesseln“ – Segelflugplatz Wesseln – Waldfrieden – Teufelsküche – Tosmarkamm – Steinberg –  Tosmarberg – Diekholzen – Söhrer Erdfälle – Söhrer Forsthaus – Röderhof – Heimstatt Röderhof – Sonnenberg – Pepperbach – Oheberg – Wesseln

Zauberhafter Pfad am Segelflugplatz

Zauberhafter Pfad am Segelflugplatz

Für uns ist der Ostbahnhof Hildesheim ja ein wahrer Segen. Fast direkt vor der Haustür fährt die Bahn nach Hameln, nach Hannover, an den Harz … und nach Bad Salzdetfurth bzw. Bodenburg. An jeder Milchkanne ist dort eine Haltestelle, so das wir eine der Gegenden, mit der wir unsere „Wanderkarriere“ vor über 20 Jahren starteten, die wir dann aber bald aus den Augen verloren, in den letzten Jahren wieder erkundet haben. Die Touren, die man auf der Website der Stadt abrufen kann, sind teilweise etwas durchwachsen, weswegen wir uns unsere eigenen Touren gelegt haben. Es gibt aber auch Ausnahmen wie z.B. den Ökologischen Wasserlehrpfad, den wir (nahezu) unverändert übernommen haben. Da die Gegend um Hildesheim und Bad Salzdetfurth nicht gerade zu den bedeutendsten Wandergegenden unserer Heimat zählt, ist hier in der Hinsicht nicht immer alles up to date. Ich nenne das gerne „morbiden Charme“. Den versprüht diese Gegend, die aber auch viel Erstaunliches zu bieten hat, was wiederum diese Tour beweist…

Der Tosmar ist für mich heutzutage zweifellos der schönste Teil des Hildesheimer Waldes. Klar gibt es abseits des allbekannten Kammweges mit dem Hildesheimer Aussichtsturm, durchaus noch nette Wege und Wegabschnitte. Sie allerdings zu einer Wanderung zusammenzustellen, die nicht im Wesentlichen auf „geharvesterten“ oder barrierefrei gemachten Wegen durch „terminierte“ Forste verläuft, ist mehr als nur schwierig. Erst vor kurzem sind wir bei dem Versuch gescheitert, vernünftig vom schönen Haus Escherde zum „Bosch“ zu gelangen. Sehr schön orientieren in dieser Hinsicht kann man sich dabei z.B. auf Google Maps oder anderen Satellitenkarten. Sieht man sich den Hildesheimer Wald aus der Luft an, ist das ein bunter Mix aus dunklen und hellen Waldflächen. Dunkel ist in der Regel Nadel- und hell Laubwald. Je stärker der „Flickenteppich“ ausgeprägt ist, umso „unwanderbarer“ ist meistens der Wald. Negative Beispiele, die wir auch aus eigener Erfahrung bestätigen können, sind nicht nur der Hildesheimer Wald, sondern leider auch z.B. der Hils, der Solling und der Osterwald. Positive Beispiele sieht man gleich westlich des Hildesheimer Waldes, mit dem wanderbaren Külf, dem Ith und dem gesamten Höhenzug zwischen dem Thüster Berg und dem Selter. Hier findet man nur vereinzelte, dunkle Nadelbaumbestände. Aber keine Angst! Auch auf der heutigen Tour ist zwar nicht alles Gold was glänzt und es gibt reichlich morbiden Charme. Aber es gibt auch Erstaunliches, kulturhistorisch Interessantes, Naturphänomene, schnufflige Pfade, schöne Aussichten und einige der nettesten Einkehrmöglichkeiten der Umgebung.

Am Segelflugplatz Wesseln

Am Segelflugplatz Wesseln

Los geht für uns am Bahnhof Wesseln, der eigentlich nur ein Haltepunkt ist. Es geht über die Lamme, ein Stück durchs „Dorf“ und dann den Berg hinauf zum NSG „Steinberg bei Wesseln“. Da wir das Schutzgebiet auf dieser Tour nicht erreichen, gibt es auch keine Fotos. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, dem Gebiet, das Kalkverwitterungsböden auf einem Muschelkalk-Höhenzug bietet, eine Exkursion zu widmen. Bei unserer ersten, nur kurzen im letzten Jahr blühten Pflanzen wie das Weiße Waldvöglein, Wiesen-Salbei, Purpur-Knabenkraut, Fransen-Enzian und der (in unserer Gegend gar nicht so) seltene Deutsche Ziest. Aber wenn das NLWKN schreibt, das es hier „eine außergewöhnliche Vielfalt an seltenen Arten trockenwarmer Kalkstandorte“ geben soll, ist das vielleicht nur die Spitze des Eisberges. Es soll hier Bestände von Weißer Braunelle, Mücken-Händelwurz, Großem Zweiblatt, Deutschem Ginster, Quendel-Seide, Bocksriemenzunge, Pyramiden-Spitzorchis, Bienen-Ragwurz, Fliegen-Ragwurz und dem Stattlichen Knabenkraut geben. Auch wenn wir heute nicht ins Herz des Schutzgebietes gelangen, dessen Betreten für uns eh verboten ist, so erleben wir die landschaftliche Schönheit trotzdem in mehr als ausreichendem Maße.

Auf dem Pissweg bewegen wir uns am Rande des Schutzgebietes nach oben. Links auf der Wiese sind oft deutlich Pflegemaßnahmen zu sehen, um ein Zuwuchern des Gebietes zu verhindern, das bis in die 1980er Jahre vom hier grasenden Vieh freigehalten wurde. Abwechselnd werden hier 5m breite Streifen der Wiese gemulcht. Wie viele Schutzgebiete also ein von Mensch und/oder Nutzvieh geschaffenes Naturrefugium, das ständig am Tropf hängt. Auf der Anhöhe, auf der früher der Muschelkalk als Baumaterial abgebaut wurde, bewegen wir uns am Rand des Segelflugplatzes Wesseln, von dem aus man einen herrlichen Ausblick hat. Auf einem schmalen Pfad durch einen ehemaligen Nieder- oder Mittelwald, nähern wir uns der Start- und Landebahn, die zumindest bei Flugbetrieb nicht betreten werden darf. Hier gibt es jetzt diverse Möglichkeiten. Wenn offensichtlich kein Flugbetrieb herrscht, wird wohl niemand etwas dagegen haben, wenn man am Rand der Wiese geht. Von hier aus hat man bei entsprechendem Wetter sogar einen Blick bis zum Brocken. Mittig führt der von mir markierte Weg durch den schönen Wald mit seinen knorrigen Bäumen und dichten Sträuchern. Für mich der „schönste“ Weg hier oben. Man kann aber auch noch ein Stück weiter im Wald durch die ehemaligen Steinbrüche gehen. Bei Nässe kann es dann auf den steilen Wegen allerdings äußerst rutschig werden. Egal welchen man nimmt, alle Wege hier sind spannend und halten immer eine Überraschung bereit, wenn man die Augen offen hält.

Der Steinberg-Gipfel im Nebel

Der Steinberg-Gipfel im Nebel

Hinter dem Gelände der „Segelfliegergruppe Bad Salzdetfurth“ geht es auf einem weiterhin schönen Waldweg zur idyllisch gelegenen Waldgaststätte „Waldfrieden“, einem der traditionsreichsten Restaurants der Gegend, das so bekannt ist, das es nicht einmal einer Website bedarf. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts gab es hier eine Steinhütte als Treffpunkt unter anderem für Wanderer, an die später auch Limonade ausgeschenkt wurde. Ein Abstecher zum Hexenhäuschen direkt an der Gaststätte ist Heilige Pflicht. Ein Stück noch auf dem Pfad, dann durch einen hohlwegartigen Waldweg, vorbei an den irgendwie beeindruckenden Waldgrundstücken ehemaliger Wochenendhäuser, gelangen wir an den Waldrand. Links ein Parkplatz, eine Wandertafel und eine Bank, rechts ein irgendwie immer schon interessantes Gelände, auf dem wohl momentan eine Finanzagentur und ein Yogastudio ihre Dienste anbieten. Heute gibt es aber statt vermeintlicher Sicherheit für uns jede Menge in Kauf zu nehmendes Risiko und statt „Aerial Yoga“ gibt es „Earthbound Hiking“. Am Waldrand bewegen wir uns zur Teufelsküche und dann hinauf zum Einstieg in den Höhenweg des Tosmar. Die Wege werden jetzt etwas „griffiger“, bleiben uns Wanderern aber immer noch gewogen.

Die Wege zum und auf dem Tosmar-Kamm sind mir, zwei Jahre und viele Erlebnisse später, nicht mehr allzu gut in Erinnerung geblieben. Vielfach spielt wieder der morbide Charme eine Rolle, aber vielfach ist der Weg schmal, freundlich und mäandert munter über den Berg. Am Hammberg hat man eventuell, das Panoramafoto entstand 2011, noch einen Ausblick ins Innerstetal bis nach Hildesheim. Ob es sich hier um eine Großrodung handelt oder um Sturmschäden (Kyrill?), kann ich nicht sagen. Der „Tossi“ präsentiert sich für uns hier in diesem Abschnitt deutlich zweigeteilt. Rechts von uns größtenteils Nadelwald, links Laubwald. An manchen Stellen ist der Unterschied zwischen dem düsteren Tann und dem freundlichen Buchenwald fast spürbar. Nächste Station ist mit … ja, hier schwanken die Angaben allerortens zwischen 323 und 329m … der höchste Punkt des Tages auf dem „Gipfel“ des Steinbergs. Hier, wo einst der Tosmar-Turm ein paar Jahrzehnte bis 1940 wohl eine herrliche Aussicht erlaubte, kann man sich am Gipfelkreuz ins Gipfelbuch eintragen, eine schmale Aussicht nach Hildesheim genießen oder ein Päuschen einlegen. Wenn die Witterung nicht so freundlich ist, geht es noch ein paar Meter weiter zur Tosmar-Hütte oder zum netten Rastplatz dahinter. Hier zweigt der kleine Pfad ab, der dazu dienen könnte, aus der einen Wanderung zwei zu machen. Dieser fängt hier oben gleich ziemlich steil an. Ich Döspaddel habe den damals mit dem Rad erkundet … natürlich schiebend, und wäre an den letzten Metern auf dem glitschigen Pfad trotzdem fast gescheitert. Die Abfahrt durchs Beustertal nach Diekholzen, hat dann allerdings richtig Böcke gemacht. Kann ich ja an der Stelle gleich mal einen kleinen Tipp loswerden. Wer von Westen/Süden kommend, ohne viel Anstrengungen über den Hi-Wald möchte, dem sei der Weg über Petze empfohlen. Ein paar hundert Meter geht es asphaltiert und durchaus fahrbar, hinauf zum Wasserhochbecken, dahinter gleich links hinunter ins Beustertal. Da kann man auf gut ausgebauten Wegen ein paar Kilometer bergab bis nach Diekholzen fahren, ohne das man groß treten muss. Zurück zum Wandern! Auch der Verbindungsweg vom Forsthaus zur Hütte hat verschiedene Abschnitte, teils morbiden Charme und teils urwaldartige Pfade. Ist auf jeden Fall eine wanderbare Variante für eine Teilung, wenn man den manchmal ganz schön versteckten Einstieg oben oder unten findet.

An den Söhrer Erdfällen

An den Söhrer Erdfällen

Die Fotos aus den Jahren zwischen 2011 und 2016 zeigen, das wir nicht immer in einer „Premium-Jahreszeit“ oder bei „Premium-Wetter“ hier unterwegs waren. Der Wald kann gruselig erscheinen und die Wege können wirklich schwierig werden hier oben. Im Frühjahr haben wir schon Mountainbiker gesehen, die ihren Drahtesel geschoben haben. Sollte trotzdem Spaß machen, den Abschnitt nach Diekholzen zu gehen, der nicht zu den Top-Kammwegen zählt, aber kurzweiliges Wandern im entschleunigten Tempo fördert. Diekholzen selbst erreichen wir nicht ganz, sondern wenden uns am oberen Ortsrand nach rechts und gehen hinter den Häusern zur nördlichen Seite des Tosmar. Am Spielplatz geht es wieder etwas mehr in den Wald, aber wir bleiben in der Nähe des Randes, um später ins Offenland vorstoßen zu können. Im Frühjahr blühen hier zahlreiche Blümchen, wie z.B. das Buschwindröschen in Massenbeständen. Der Weg ist freundlich, selbst wenn es über eine Stromtrasse und durch einen dunklen Fichtenforst geht.

Wir erreichen die Söhrer Erdfälle. Wenn man wie wir viel am Karstwanderweg im Südharz unterwegs war, kann man schon Mal verdrängen, das es dieses Naturphänomen nicht nur im Gipskarst gibt. In Niedersachsen soll es zehntausende Erdfälle geben und etliche wurden wohl nicht einmal entdeckt oder als solche erkannt. Auch im Landkreis Hildesheim gibt es einige beeindruckende Exemplare, wie z.B. den Entenfang bei Barnten und mit dem Dillsgraben bei Königsdahlum, sogar den größten Einzelerdfall Niedersachsens. Aber auch im Salzstock Sarstedt sind etliche Erdfälle nachgewiesen und im Bereich des Hildesheimer Waldes gibt es mehrere Dutzend. Wenn man genau hinsieht, kann man „seltsam“ anmutende Löcher im Fußboden des Waldes überall entdecken, so auch hier im Tosmar, im Umfeld der Erdfälle Rüensiek bei Söhre. Die präsentieren sich dem unbedarften Besucher als nette Teiche am Waldrand, wobei man sich schon fragen darf, wer hier warum Teiche angelegt haben sollte. Vom Waldrand hat man einen schönen Blick zum NSG „Schwarze Heide“, in dem der vermutlich einzig nennenswerte Bestand an Heidekraut im Landkreis Hildesheim wächst. Fast schon historisch ist das zur Schutzhütte umfunktionierte Bushäuschen am weiteren Wegesrand. Auf schmalem Pfad erreichen wir den barrierefreien Weg zum ebenfalls traditionsreichen Söhrer Forsthaus, dessen Gastronomie einer um 1800 entstandenen Försterei entspringt.

St. Antonius-Kapelle am Röderhof

St. Antonius-Kapelle am Röderhof

Auf dem breiten Waldweg durch den freundlichen Wald geht es weiter. Dort wo wir hinter dem Forsthaus nach links abbiegen, befindet sich ein paar Meter geradeaus, auf der rechten Seite, der Einstieg in den kleinen Pfad zur Tosmar-Hütte. Das ist die beste Möglichkeit, diese lange Rundwanderung in zwei kürzere aufzuteilen. Achtung: Als ich hier das letzte Mal war, hatten „freundliche“ Waldarbeiter die Stämme auf dem Einstieg platziert und das nicht benötigte Gezweig in den hohlwegartigen Pfad entsorgt. Das GPS hilft bei solcher Gelegenheit, den leicht zu übersehenden Einstieg zu lokalisieren. Heute gehen wir aber den langen Marsch und folgen dem Weg vom Forsthaus zum Waldrand bei Röderhof. Hier verlassen wir den Wald, um uns dem letzten Abschnitt des Tages zu widmen. Die Wege im Wald sind hier nicht mehr ganz so pralle und wir haben in der offenen Landschaft am Sonnenberg, am Ohberg und am Steinberg einfach die schöneren Erlebnisse zu erwarten.

Am Abzweig zum Röderhof eine Bank, ein Baum, ein Bildstock. Nettes Plätzchen! Rechts runter geht es zum „Komplex“ Röderhof. Rechterhand das Klostergut Röderhof, das 1382 erstmals erwähnt wurde und zur Kartause Hildesheim gehörte. Nach der Auflösung des Klostergutes wurden die Wirtschaftsgebäude weiter landwirtschaftlich genutzt, andere Gebäude wurden als Jugendbegegnungsstätte genutzt. 2014 hat sich auf dem schmucken Fachwerk-Anwesen mit der St. Antonius-Kapelle von 1670, die Benediktinische Gemeinschaft St. Romuald niedergelassen. Am ersten der drei ehemaligen Klosterteiche vorbei, gelangen wir zur ab 1969 errichteten und 1971 eröffneten Heimstatt Röderhof. Hier lernen, arbeiten und leben bis zu 200 geistig beeinträchtigte Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Der zweite der Teiche, vielleicht der schönste mit seinen Pappeln und zahlreichen anderen Bäumen, ist der Laichteich, an dem wir uns nach rechts zum Sonnenberg wenden. Am Weg eine perfekte Pausenbank und bereits die ersten Einblicke in diese, wie ich finde, wundervolle Landschaft „zwischen den Bergen“, die von der nahen B243 kaum zu erahnen ist. Auf dem Sonnenberg sind wir mitten im offenen Bereich des Landschaftsschutzgebietes „Röderhofer Teiche und Egenstedter Forst“, das von mir aus noch bis Wesseln erweitert werden könnte. Dieses Fleckchen Erde ist immer wieder wunderbar, im Frühjahr zur Blüte des Schwarzdorn und der Obstbäume umso mehr.

Blick zurück zum Röderhof

Blick zurück zum Röderhof

Vom Sonnenberg, vielleicht Kultplatz unserer Vorfahren, auf jeden Fall Hinrichtungsstätte bis mindestens 1833, bietet sich ein toller Ausblick auf die noch vor uns liegende Landschaft. Unten im Tal der dritte angelegte Klosterteich, der den bezeichnenden Namen Galgenteich trägt. Seit 1950 gibt es eine Gaststätte auf dem Sonnenberg, die trotz der herrlichen Lage leider gegen Ende immer mehr verkam. 2006 wurde hier das schöne Landhaus „Am Sonnenberg“ neu eröffnet, das wohl mittlerweile zu den bekanntesten Lokalitäten des Landkreises zählt. Ohne oder nach der Einkehr geht es kurz weiter auf der asphaltierten Straße Richtung Röderhof, die wir nach wenigen Metern wieder verlassen. Der je nach Jahreszeit mehr oder weniger erkennbare und begehbare Pfad zwischen den Feldern kann etwas knifflig werden, führt uns aber in eine dieser „niedlichen“ und urigen kleinen Eckchen, die wir so sehr lieben. Ein von jemandem wohl „selbstgebasteltes“ Holzbohlenbrückchen über den Pepperbach bringt uns an den südlichen Fuß des Ohberges. Der kleine Berg wird geprägt von ehemaligen und vielleicht noch bestehenden Gartengrundstücken und Weiden. Ein schmaler Grasweg führt uns durch das interessante, kleine Bachtal, in dem noch eine tolle Pausenbank steht. Zahlreiche Sträucher und Bäume aller Art prägen das Bild und am Ende warten meistens ein paar Pferde.

Geradeaus geht es dann, vorbei an einem Wegekreuz an der Zufahrtsstraße zum Waldfrieden, durch die an einer Seite baumbestandene Feldmark … und selbst das hat wirklich was. Hinter den Bäumen mit den leckersten Birnen der Welt, geht es links hinauf auf den östlichen Zipfel des Ohbergs, der ein wenig kahl daherkommt, aber nette Ausblicke nach Hildesheim und ins Innerstetal bei Groß Düngen erlaubt. An den Pferdekoppeln noch einmal ein freundliches Landschaftsbild, bevor es durch den „Zwergentunnel“ hinab geht. Auf zwei angenehmen Grasfeldwegen geht es dann wieder hinauf zum Steinberg. Hier kann man den Blick noch einmal über das Innerstetal zwischen Hildesheim und Heersum schweifen lassen. Apropos Heersum! Niemals unerwähnt in diesem Zusammenhang: Die Heersumer Sommerspiele! Heute geht es aber vom Steinberg hinab zu unserem Tagesendpunkt am Bahnhof in Wesseln. Nix Weltbewegendes heute, aber gerade im offenen Bereich des Tages eine Landschaft, die uns immer wieder anzieht. Die Landschaft am Sonnenberg, Ohberg und am Steinberg hat etwas Ursprüngliches, etwas Abgeschiedenes, etwas von ich weiß nicht genau was, aber wir fühlen uns wie gesagt immer wieder ermuntert, hier zu wandern, zu verweilen und einfach nur zu fühlen. Hoffentlich für euch ebenso viel Spaß dabei…

P.S.: Aus aktuellem Anlass noch einmal explizit für die paar Menschen auf der Welt, die noch nie davon gehört haben, der Hinweis auf die geil-geil-geilen Heersumer Sommerspiele, die dieses Mal „zufälligerweise“ vom Juni bis September 2018 in Söhre und am Röderhof stattfinden…

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Wesseln - Tosmar - Diekholzen - Röderhof - Wesseln 22km

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Alternativroute Söhrer Forsthaus - Tosmar-Hütte: 52.082229, 9.959847
Alternativroute Söhrer Forsthaus - Tosmar-Hütte: 52.085466, 9.963462
Alternativroute Söhrer Forsthaus - Tosmar-Hütte: 52.088657, 9.961295
Start/Ziel am Bahnhof Wesseln: 52.080881, 10.034369
Parkplatz Bahnhof Wesseln: 52.081029, 10.034616
Parkplatz: 52.080541, 10.004286
Parkplatz im Beustertal: 52.089066, 9.915805
Parkplatz am Söhrer Forsthaus: 52.091571, 9.959407
Parkplatz am Röderhof: 52.090274, 9.980465
Parkplatz am Landhaus Sonnenberg: 52.093016, 9.994742
Parkplatz am Waldfrieden: 52.083419, 10.007150
Restaurant \'Söhrer Forsthaus\': 52.091337, 9.960437
Landhaus \'Am Sonnenberg\': 52.092714, 9.994249
Waldgaststätte \'Waldfrieden\': 52.083192, 10.007215
Bushaltestelle \'Diekholzen/Schule\': 52.095404, 9.917800
NSG \'Steinberg bei Wesseln\': 52.082697, 10.018512
Aussichtsplatz: 52.084312, 10.022331
Segelflugplatz Wesseln: 52.083686, 10.013051
Aussichtsplatz: 52.084200, 10.021688
Eventuelle Aussicht an der Großrodung: 52.077607, 9.979320
Gipfelkreuz auf dem Steinberg: 52.080406, 9.960989
Die Tosmar-Hütte: 52.080574, 9.959412
Rastplatz: 52.080495, 9.958806
Fernmeldeturm auf dem Griesberg: 52.061917, 9.960769
\'Beusterhütte\' des Harzklub Hildesheim: 52.092671, 9.908402
Parkplatz: 52.096419, 9.927902
Bank: 52.095847, 9.929111
Die Söhrer Erdfälle: 52.094656, 9.946189
Ehem. Bushäuschen als Schutzhütte: 52.094201, 9.946602
St. Antonius-Kapelle (1670): 52.088235, 9.981396
Kloster St. Romuald auf dem Röderhof: 52.088163, 9.980918
Heimstatt Röderhof: 52.091386, 9.981304
Der Laichteich: 52.093350, 9.982109
Bank: 52.093280, 9.985364
Bank: 52.092790, 9.990091
Bank: 52.091505, 9.999806
Der Galgenteich: 52.090846, 9.994597
Der Ohberg: 52.090569, 10.003653
Wegekreuz: 52.088822, 10.007021
Aussichtsplatz: 52.089606, 10.016892
Bank: 52.089567, 10.016849
Der \'Zwergentunnel\': 52.088987, 10.022643
Bank: 52.080610, 10.003744
Bank: 52.078761, 9.990349
Bank: 52.083975, 10.023823

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2018-06-07T12:14:05+00:00