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Wolfshagen – Diabas-Steinbruch – Schäder – Süntelberge – Langelsheim:

Von Wolfshagen geht es zum renaturierten Steinbruch, auf der Spur der Steine und auf den Weidewegen durch die wanderbare und aussichtsreiche Landschaft um Wolfshagen. Als Runde beendet man den Weg wieder im Ort, ansonsten geht es auf die Verlängerung nach Langelsheim…

  • Mitte Oktober 2018
  • Ende Februar 2014
  • Anfang November 2011

Knapp über 300 Höhenmeter geht es hinauf und ein bisschen mehr geht es wieder hinab. Die Wegequalität ist gemischt zwischen asphaltierter Straße und knuffigem Stokelpfad. Insgesamt eine wanderbare Mischung…

Diabas-Steinbruch mit Brutfelsen („Sesuadra“), Weg der Steine, beschauliches Wolfshagen mit umgebender Kulturlandschaft… 

Mehrere Einkehrmöglichkeiten in Wolfshagen. „Standesgemäß“ in der „Schäderbaude“ des Harzklub Wolfshagen, an der K35 in Richtung Lautenthal. Geöffnet i.d.R. von Mai bis Oktober, am Samstag ab 13 Uhr, am Sonntag ab 11 Uhr…

Mit dem Auto ist es natürlich einfacher, den Weg als Runde zu gehen. Parken kann man z.B. oberhalb der Schäderbaude (unsere Empfehlung für Ruhesuchende), am Sportplatz in der Nähe des Steinbruchs, am Wölfi-Bad oder an der Festhalle in Wolfshagen…

Mit der Bahn nach Goslar und von dort mit der Linie 832 nach Wolfshagen. Da zu bestimmten Zeiten der Bus zurück nach Goslar recht selten fährt, haben wir die Wanderung zum Bahnhof Langelsheim gelegt. Dort fährt der Zug stündlich. Wer den Bus in Wolfshagen erwischt, kann sich den Weg nach Langelsheim sparen…

Wolfshagen – Heimberg – Diabas-Steinbruch – Weg der Steine – Wölfi-Bad – Borbergsbach – Schäder – Schäder-Pavillon – Schäderbaude – Weideweg – Hutewald Wittenberg und Rieseberg – Naturlehrpfad – Sülteberge – Langelsheim

Blick auf Wolfshagen

Blick auf Wolfshagen

So richtig liegt der westliche Westharzrand nicht in unserem Beutespektrum, denn er wird größtenteils von breiten Forstwegen durch oft nicht sehr ansehnliche Fichtenforste dominiert. Aber es gibt auch hier, wie überall, einige Regeln von der Ausnahme bzw. schöne Landschaften vor dem Harz, wie z.B. am Schildberg bei Seesen oder in der schönen Landschaft der Großen und Kleinen Welt zwischen Gittelde und Willensen (Link zur Wanderkarte). Wolfshagen hätten wir vielleicht auch nie besucht, wenn wir nicht „zufällig“ auf den renaturierten Diabas-Steinbruch gestoßen wären. Aber trotzdem musste meine Freundin erst alleine eine Exkursion in die schön wirkende Landschaft machen, bevor ich mich überreden ließ mitzukommen. Das war dann aber auch wirklich eine tolle Wanderung, die mir lange im Gedächtnis blieb, weil sie zu denen gehörte, die geringe Erwartungen weit übertraf. Erwartungen vermeide ich zwar weitestgehend, weil die den Beginn der Unzufriedenheit markieren. Werden sie dann allerdings wie in diesem Fall übertroffen, ist das Enderlebnis oft berauschend und lang anhaltend.

Wolfshagen ist wohl kein wirklicher Geheimtipp mehr und wegen seiner recht ruhigen Lage abseits der großen Touristenströme bestimmt ein Ziel vieler Ruhesuchender. Der Ort ist hübsch anzusehen, bietet alles was man zum Leben bzw. den Urlaub braucht und ist eingebettet in eine schöne Kulturlandschaft. Der Harzklub Wolfshagen pflegt 200km Wanderwege, diverse Schutzhütten, noch mehr Bänke und Rastplätze und betreibt die Schäderbaude. Überall sind nette kleine Plätze, an denen man sich informieren kann und die zum Erkunden der Landschaft einladen. Eine detaillierte Wanderkarte im Maßstab 1:15000 ist z.B. beim Harzklub und in der hübschen Touristinfo im kleinen Gowische Park erhältlich. Normalerweise spare ich mit solchen Infos ja etwas, aber so viel Engagement, wie es hier gezeigt wird, verdient auf jeden Fall Beachtung. Die Liebe zum Detail, mit der die Menschen es sich hier selbst und ihren Gästen „gemütlich“ gemacht haben, werdet ihr auf einer Wanderung am eigenen Leibe aufs Feinste erfahren können.  Abseits unsere „Runde um Wolfshagen„, für die wir uns die vermeintlichen Filetstücke an Wegen und Landschaften herausgepickt haben, gibt es im zwischen der Innerste- und der Granetalsperre gelegenen Ort wohl auch eher die westharztypischen Forstwege. Diese kommen zwar für uns nicht (mehr) in Frage, besitzen aber für viele andere Wanderer trotzdem ihren Reiz. Auch den von uns „bewältigten“ Steinway-Weg werde ich demnächst einstellen, obwohl er im Mittelteil wirklich ganzheitlich anstrengend wurde.

Der Brutfelsen (

Der Brutfelsen („Abschiedsstein“) im Steinbruch

Wolfshagen ist in seiner Lage einmalig im Harz und ist eine weitere Perle in der langen Perlenkette an „Erlebniswerten“, die das einzigartigste Mittelgebirge unserer Heimat bietet. Etwas kurios, aber für manch einen ängstlichen Zeitgenossen vielleicht interessant, das das Max-Planck-Institut für Meteorologie im Jahr 2007 Wolfshagen zu einem der sichersten Orte in Deutschland gekürt hat. Solltet ihr jetzt mit dem Gedanken spielen, euch hier niederzulassen und euch ein Häusle zu bauen, gibt es eventuell einige Schwierigkeiten zu überwinden. Denn Wolfshagen soll in seiner Einzigartigkeit erhalten und nur noch extensiv erweitert werden. Hier hat sich glücklicherweise die Landschaft einer bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts betriebenen Bergbauernwirtschaft erhalten und soll wieder neu belebt werden. Was wir im Herbst 2014 fälschlicherweise für die Entkusselung einer Heidelandschaft hielten, waren und sind Maßnahmen, um die im Laufe der Jahrzehnte verkrauteten Weiden für die Haltung des Harzer Roten Höhenviehs vorzubereiten.

So, jetzt aber langsam los. Die Fotos passen auch schon nicht mehr annähernd zum Text. Den Abstecher am Schluss nach Langelsheim kann man sich sparen, wenn man mit dem Auto unterwegs ist oder in Wolfshagen den Bus erwischt bzw. die eventuell etwas längere Wartezeit irgendwie überbrückt. Ein teilweise netter Weg, den man aber nicht unbedingt gemacht haben muss und der am Ende, wie so oft, wenn man zu Bahnhöfen gehen muss, etwas anstrengend werden kann. Los geht es erstmal in der Ortsmitte von Wolfshagen, nachdem man mit dem Bus schon eine kleine Sightseeing-Tour durch den Ort gemacht hat. Es geht gleich recht knackig hinauf durch den Ort, über die Wiesen und durch den schönen „Ex-Steinbruch-Wald“ zum renaturierten Diabas-Steinbruch. Den umwanderten wir nicht, weil wir es schon getan hatten und wir mal die anderen schönen Wege kennenlernen wollten. Wer möchte, kann es natürlich tun und an anderer Stelle wieder in die Runde einsteigen. Vom Ostende des Geländes hat man dann die vielleicht beste Aussicht auf den Steinbruch, „verpasst“ aber auch einen schönen Abschnitt. Wir erreichen auf unserem Weg den am westlichen Rand befindlichen Aus- bzw. Einsichtsplatz. Hier stehen auch diverse Bänke und Infotafeln, die über die Geschichte des Steinbruchs, die der Renaturierung und die sich hier (wieder) ansiedelnde Natur berichten. Beim Erstbesuch auf jeden Fall ein echt imposanter Einblick. Ich fühlte mich damals sofort an den Sesuadra erinnert, den Abschiedsstein der Osten Ard-Buchreihe von Tad Williams, die ich an dieser Stelle jedem Fantasy-Fan wärmstens ans Herz legen kann. Hier also trennten sich die elbischen Völker der Nornen und Sithi.

Harzer Rotes Höhenvieh

Harzer Rotes Höhenvieh

Vom Aussichtsplatz hat man einen genialen Einblick in das ehemalige Tagebaugelände, vom wenige Meter entfernten Wolfshäger Panoramablick einen ähnlich schönen auf das Harzörtchen und seine unmittelbare Umgebung. Nach dem durchaus spürbaren Anfangsaufstieg hat man sich an einem der beiden Plätze auf jeden Fall ein erstes Päuschen verdient. Kleiner Tipp noch für diejenigen, die eh nicht nach Langelsheim laufen wollen: Die Runde am besten entgegen der von mir beschriebenen Route und damit auch entgegen dem Uhrzeigersinn laufen. Dann hat man den schönen Abschnitt am Steinbruch zum Ende hin. Zum Steinbruch und seiner wunderbar wanderbaren Umgebung schreibe ich mal nix. Das sollte/muss man selbst erleben und Infotafeln klären weitestgehend über alles Interessante auf. Vom Steinbruch folgen wir der „Spur der Steine“, einem 2016 ausgewiesenen Lehrpfad, der über viele Aspekte des ehemaligen Tagebaus informiert und viele Rastplätze bietet. Überhaupt gibt es auf dem heutigen Weg für Bank- und Rast-Fetischisten nix zu meckern. Teilweise gibt es nicht nur gefühlt alle paar Meter ein Plätzchen zum Setzen. So auch, wenn wir auf tollen Pfaden das Wölfi-Bad im Tal des Borbergsbaches erreichen und dann erstmal ein paar hundert Meter auf befestigten Wegen absolvieren müssen.

An Gartengrundstücken vorbei verlassen wir vorerst die nahe Umgebung des Ortes und begeben uns in die ausgedehnte Weidelandschaft im Westen Wolfshagens. Auf einem netten Waldrandweg gelangen wir zum Schäder-Pavillon an prädestinierter Stelle. Hier wächst dann, wie an einigen anderen Stellen auch, ein bisschen Heidekraut. Bis zur während der Saison am Wochenende bewirtschafteten Schäderbaude, geht es auf einem Wirtschaftsweg. Über eine kleine Brücke und die Straße gelangen wir schließlich in die ausgedehnten Weiden des Ortes. Der ausgeschilderte Weideweg führt durch die Gebiete, die schon oder bald vom Harzer Roten Höhenvieh bewohnt werden. Auch jetzt im Oktober waren noch einige der äußerst entspannten Wiederkäuer am grasen. Erstmal asphaltiert, später wieder freundlicher, geht es durch die schön strukturierte Landschaft zu den Weiden am Wittenberg und Rieseberg, an denen sich ein Hutewald erhalten hat, der einige mächtige Veteranen aufweist. Wolfshagen hat wohl im Gegensatz zu vielen anderen Orten, den „touristischen Wert“ seiner selten gewordenen Landschaft und natürlich auch den Nutzen für den Lebenswert seiner Bewohner erkannt und viele Maßnahmen eingeleitet, um seine wertvolle Landschaft zu erhalten. Auch dieser Hutewald zählt dazu. Ein Stück Wald, dann kommen wir zur „Hauptweide“, die vor einigen Jahren großflächig entkrautet wurde. Ein schönes Fleckchen Erde, bevor wir durch einen mehr oder weniger düsteren Tann in Richtung Steile Wiese streben.

Blick über die Steile Wiese

Blick über die Steile Wiese

Dort erwarten uns eine Schutzhütte, mehrere Bänke und eine schöne Aussicht über die bereits zurückgelegte Strecke. Hier begegnen wir auch den ersten Zeichen des Steinway-Weges in Gestalt einer klavierförmigen Infotafel. Da ich demnächst dazu einen eigenen Beitrag mache, hier nur der kurze Hinweis auf den Weg, der von Wolfshagen nach Seesen führt. Das war der erste Schritt der berühmten Klavierbauer-Familie um Heinrich Engelhard Steinweg vor dem später erfolgten, großen Sprung in die damals noch Neue Welt. Der weitere Weg nach Wolfshagen ist geprägt vom Naturlehrpfad, der super gepflegt wird vom Harzklub und einige schöne Plätze mit Aussichten, Rastmöglichkeit und Informationen bietet. Die Wegequalität im forstwirtschaftlich genutzten … Forst, ist je nach Jahr und Jahreszeit unterschiedlich. Es gibt traumhafte Pfade und Wege durch sich wandelnden Wald, aber man kann auch schon mal ein paar hundert Meter erwischen, auf denen die „Forsterntemaschinen“ ganze Arbeit geleistet haben. Glücklicherweise scheint aber jemand Acht zu geben, das die Waldpanzer nicht die netten Wege in breite Schlammkanäle oder „Hausmüll-Schotterpisten“ verwandeln. Vorbei an der hochmittelalterlichen Burg Burghagen, deren vorhandene, für uns aber nicht sichtbare Reste am Wegesrande liegen, geht es am schönen Waldrand in Richtung Ortsrand. Am Rastplatz oberhalb der Stadthalle würde man den Weg verlassen, wenn man zur Bushaltestelle zurückkehren würde. Ansonsten folgt man weiter den freundlichen Waldwegen am Rand desselbigen.

Der Weg nach Langelsheim ist nicht so schlimm wie man denkt, aber gerade zum Ende hin auch nicht so schön, wie man es sich wünschen würde. Es geht durch den Wald, kurz durch den Ort, am Ortsrand an den Gärten der Grundstücke entlang, dann auf einem schönen Eichen-Waldrandweg und ein letztes Mal durch ein Waldstück zur B82. Diese recht extrem befahrene Straße, die auch der Grund ist, das wir uns gegen einen „Endweg“ an der Nordseite der Sülteberge entschieden, überqueren wir auf einer offiziellen Wanderweg-Überführung und gehen am Holzheizkraftwerk Langelsheim vorbei und durch eine Gewerbeansiedlung zum Bahnhof. Yipieayeah! Das war streckenweise, aufgrund einiger Unpässlichkeiten, vielleicht kein absoluter Premiumweg, aber ganzheitlich betrachtet ein wanderbar schöner Weg durch eine faszinierende Landschaft am Harzrand. Auch trotz der Auswirkungen des brutalen Sommers 2018, war das wieder mal so abwechslungsreich und spannend, das wir diesen Weg in unser „Heilige Pflicht“-Repertoire aufgenommen haben. Das heißt, das wir uns genötigt sehen, diesen Weg möglichst einmal im Jahr zu unterschiedlichen Jahreszeiten zu wandern. Meistens merken wir dann allerdings wie auch in diesem Fall, das die letzte Tour doch schon wieder eher 2-5 Jahre zurückliegt und immer zur gleichen Jahreszeit stattfindet. Also, wer irgendwann, irgendwie und irgendwarum die Nase voll hat, immer nur auf den immer wieder gleichen, vielfach beworbenen Wegen des tollsten aller Mittelgebirge zu wandern, dem sei auch eine Tour bei Wolfshagen allerwärmstens ans wild schlagende Wanderherz gelegt. Bis zum nächsten Mal auf dem etwas steinigen Steinweg der Steinways…

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Wolfshagen - Diabas-Steinbruch - Schäder - Sülteberge - Langelsheim 14km

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Start Bushaltestelle \'Wolfshagen Ortsmitte\': 51.909439, 10.320700
Ziel am Bahnhof Langelsheim: 51.930131, 10.343365
Parkplatz an der Schäder-Baude: 51.897553, 10.305396
Parkplatz am Krähenberg: 51.901691, 10.331342
Aussichtspunkt Diabas-Steinbruch: 51.909999, 10.328125
Aussichtspunkt Wolfshagen: 51.908705, 10.327036
Rastplatz: 51.909982, 10.328109
Rastplatz: 51.908715, 10.327063
Der Brutfelsen (\'Abschiedsstein\'): 51.911183, 10.333468
Ehem. Diabas-Steinbruch Wolfshagen: 51.910659, 10.330667
Parkplatz am Heimberg: 51.906418, 10.333575
Rastplatz: 51.907929, 10.327132
Mehrere Bänke: 51.903005, 10.330571
Das Wölfi-Bad: 51.902582, 10.330217
Hotel \'Im Tannengrund\': 51.903124, 10.329895
Bank: 51.898976, 10.323345
Der Schäder-Pavillon: 51.900538, 10.315368
Aussichtsplatz: 51.900432, 10.315454
Die Schäder-Baude: 51.897405, 10.307075
Köhlerhütten-Schutzhütte: 51.898845, 10.304575
Rastplatz: 51.898914, 10.304511
Hutewald am Wittenberg und Rieseberg: 51.900165, 10.298824
Schutzhütte an der Steilen Wiese: 51.906120, 10.301877
Mehrere Bänke: 51.905991, 10.301791
Aussichtsplatz: 51.905938, 10.301920
Rastplatz: 51.913187, 10.309274
Waldinfo: 51.913260, 10.309317
Rastplatz: 51.913026, 10.315658
Aussichten auf Wolfshagen: 51.912002, 10.308330
Wanderüberführung über die B82: 51.929188, 10.335501
Holzheizkraftwerk Langelsheim: 51.929921, 10.336719
Eichen-Waldrandweg: 51.922981, 10.334347
Parkplatz Festhalle Langelsheim: 51.911144, 10.316827

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2018-10-26T12:22:40+00:00